562 Essigsäure.
beweis anführte, wurde von Gehlen die Entdeckunggemacht, dafs eine Essigsäure von gröfserem spec. Ge-wichte nicht selten eine geringere Menge Alkali zur Sätti-gung erfordere, als eine Säure von minderem Gewichte,und man erklärte dieses aus der verschiedenen MengeSpiritus pyro-aceticus, welche bei den verschiedenenArten der Bereitung in ungleichen Verhältnissen gebildetwerden kann. Durch Mollerats Versuche ist jedochdiese Erscheinung dahin aufgeklärt worden, dafs sie ihrenGrund in einem anderen Umstande hat. Die höchst con-centrirte Essigsäure wird nämlich durch Zusatz einer ge-wissen Menge Wassers condensirt und gewinnt dadurchan spec. Gewicht; was aber dann darüber zugesetzt wird,vermindert das spec. Gewicht. Das Resultat von Mol-lerats Versuchen ist folgendes: Eine möglichst concen-trirte Essigsäure von 1,003 spec. Gewichte wurde fort-schreitend mit Wasser gemengt und gewogen. FolgendeTabelle, in welcher 110 Theile Essigsäure auf den angege-
benen Wassergehalt gerechnet sind,gefundenen Verhältnisse an:
giebt die hierbei auf-
Essigsäure.
Wasser.
Spec. Gewicht.
110
0,0
1,0630
—
10,0
1,0742
—
22,5
1,0770
—
37,5
1,0791
—
43,0
1,0763
—
55,0
1,0742
—
66,5
1,0728
—
97,5
1,0658
—
108,5
1,0637
—
118,2
1,0630
Wir ersehen daraus, dafs das Gewicht der Säure sichbis zu 1,0791 erhöht, und dafs bei diesem Gewichte 100Theile Säure (^nT^=0 29,6 Tlleile Wasser aufnehmen.Ich habe schon oben angeführt, dafs die concentrirte Säurevon 1,063 spec. Gewichte 14,8 Procent Wasser enthält;