Druckschrift 
1,2 (1825)
Entstehung
Seite
517
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Chloriclite Säure. 517

wenn chlorsaures Kali unter gleichen Vorsichtsmaafsregelndurch Salpetersäure zersetzt wird.

Das chlorichtsaure Gas hat eine tiefer gelbe Farbe,als Chlor. Es hat einen eigenthümlichen, unangeneh-men, von dem des Chlors bestimmt verschiedenen Geruch,und bringt nicht in gleichem Grade, wie Chlor, Symptomevon Schnupfen und Catarrh hervor. Sein spec. Gewichtist 2,7. Im Dunkeln läfst es sich sehr gut aufbewahren;aber dem Tageslichte ausgesetzt, und noch mehr, wennes unmittelbar von den Sonnenstrahlen getroffen wird,verändert es allmählich seinen Umfang, wird blässer anFarbe, und verwandelt sich in ein Gemenge von Sauer-stoffgas und Chlorgas, welches das Quecksilber allmählichabsorbirt, während sich seine Oberfläche mit einer schmutzi-gen Haut von Chlorquecksilber und chlorsaurem Quecksil-beroxydul bedeckt. Bei einer Temperatur von -j-95° bis—(—100° trennen sich die Bestandtheile des Gases in einemAugenblicke mit Feuererscheinung und einer Explosionvon einander, welche die Gefäfse zerschlägt. Aus diesemGrunde mufs man mit sehr vieler Vorsicht mit diesemKörper umgehen. Der elektrische Funke bringt dieselbeWirkung hervor; und diese Zersetzung hat selbst schonbei heftigem Schütteln mit Quecksilber statt gefunden.Auch in Berührung mit Schwefel und Phosphor wird eszu explodiren veranlafst. Diese Erscheinung gehört zuderjenigen Klasse, welche ich schon beim ChlorstickstofFund beim Wasserstoffsuperoxyd erwähnte. Ein in dasGas gebrachtes, getrocknetes Lackmuspapier wird nichtverändert; ein feuchtes wird gebleicht, ohne geröLhet zuwerden.

Bei einem höheren Drucke kann die chloriclite Säure,nach Faraday’s Versuchen, in liquider Form erhaltenwerden. Man vermischt chlorsaures Kali und Schwefel-säure in einer solchen Vorrichtung, wie sie beym Cyanangeführt ist, und läfst das Salz und die Säure 24 Stun-den lang auf einander wirken, worauf man das Gemengein einem Wasserbade von -j-38° erwärmt, während dasleere Ende des Apparates bis—iS 0 abgekühlt ist; hierbei