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Clilorichte Säure.
welche sich auf ihre Kosten oxydiren. Verschiedene Kör-per, welche im Dunkeln nicht darauf wirken, zersetzendieselbe im Sonnenlichte.
Die Chlorsäure besteht aus 2 Volum Chlorgas und5 Vol. Sauerstoffgas, oder aus 1 Vol. des ersteren undaus 2i des letzteren, und scheint also ihrer Zusammen-setzung nach der Unterschwefelsäure, Salpetersäure undPhosphorsäure proportional zu sein. 100 Th. Chlor neh-men darin 112,956 Th. Sauerstoff auf, und nach Procen-ten besteht die Säure aus 46,955 Chlor und 53,045 Sauer-stoff. Ihre Sättigungscapacität ist ihres Sauerstoffgehalts,oder 10,609.
Die Salze der Chlorsäure entwickeln Sauerstoffgas,wenn sie geglüht werden, und hinterlassen Chlormetalle.Die schmelzbaren unter ihnen, z. ß. das Kalisalz, detoni-ren, mit brennbaren Körpern vermengt, mit äulsersLerHeftigkeit, und können damit durch einen harten Schlagentzündet werden.
3. Clilorichte Säure.
Diese Säure wurde ungefähr zu gleicher Zeit, imJahre 1S14, von Humphry Davy in London und vonStadion in Wien entdeckt. Sie war indessen schon langezuvor von Chenevix beobachtet worden, welcher fand,dafs wenn chlorsaures Kali mit Schwefelsäure destillirtwurde, ein gelbes Gas und einige gelbe Tropfen einerFlüssigkeit übergingen, welche er aber nicht untersuchenkonnte, weil die Operation jedesmal mit einer, den Ap-parat zertrümmernden Explosion endigte.
Man erhält diese Säure, nach Stadions Vorschrift,auf folgende Art: 1 Theil geschmolzenes chlorsaures Kaliwird in grofsen Stücken mit 3 bis 4 Th. concentrirterSchwefelsäure (am besten mit i ihres Gewichts Wasserverdünnt) in einer Retorte vermischt, und auf die Weisedestillirt, wie ich oben bei der oxydirten Chlorsäure an-führte; das sich hierbei entwickelnde gelbe Gas wird überQuecksilber aufgefangen. Man kann sie auch erhalten,