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!l. Abschnitt«
Won der wahren Ehre, dem falschen ?oiut ä'iion-iwur ruid der Oraclie»
E
hre, auf Selbstliebe gepfropft, ist Würdigung seinesIchs. Sie kann rechtmäßig oder unrechtmäßig, kleinlichund windig, oder groß und edel seyn. Oft ist sie freylich nichtsals ein dummes Hirnphantom oder ein nothdürftigcs Kleidfür die armselige Blöße. Wahre Ehre hingegen ist einesder größten unter den irdischen Gütern, zuweilen wichtigerals das Leben. Sie bestehet in einer Meynung andrer Leu-te , dadurch sie einen Menschen hoher als andre achten; unddiese Meynung und Hochachtung gründet sich allezeit aufeinen Vorzug vor andern, den die Leute an demjenigen,ddn sie hochachten, zu finden vermeyuen, welche dann, wannman sie auf Seiten dessen, der hochgeachtet wird, betrach-tet, eben das, was mau Ehre neundt, ausmacht.
Die wahre Ehre ist die edelste und erhabenste Empfin-dung der Seele, die uns die Größe unsers Ursprungs undunsrer Bestimmung fühlen läßt. Sie ist nichts anders, alsder Eindruk, der von der wahren Tugend herrühret; sie istdie günstige und gegründete Meynung der Rechtschaffenenvon unsern Verdiensten und Geschiküchkciten, und von derAbsicht, sie aus die beste und gcmemnüzigste Art anzuwen-den. Die Ehre bestehet also auch in dem Verlangen, ge-ehrc zu werden, und Ehre haben oder ein Mann von Ehre