um ihr neuen Schwung und neue Thatkraft verschaffen,Länger hat sich der feinere Geist der Riticrzeit in Frank-reich, langer hier das Artige und Feinschwärinerischc derRitterschaft erhalten. Die Franzosen rüktcn weiter in Wis-senschaft und Kunst, und Nomanschriftstellercy und Lek-türe, die ihren ausgebreiteten Kreis hatte, nährte diesenGeist nothwendig. Noch in Franz I. Charakter liegt sehrvieles Hcroischgespanntc, daS auf diesem Wunder - und Hcl-de»-Boden alter Zeit gewachsen zu seyn scheint; wenn er 'Ixarl den Fünften zu einem Zwcykampf auf der sogenam-ten Fasaneninscl herausfordert, so ist daS ganz Zug einesenthusiastischen, zu Abenthcucrn allezeit fertigen Degen-knopfs. Auch in England dauerte der sublimirte Geist derChcvallcrie langer. In Spanien kam es mit dem Ritter« ^Wesen endlich gar zur Raserey, die die Geiffel eines Cer-vantes aufforderte. Aber in Deutschland, im kältern Deutsch- >lande, wo der gleichere Kreislauf des Bluts die Köpfe nicht -so leicht über die gewöhnlichen Sphären hinauswirbcltc; ^hier scheint die Artigkeit der Sitten, eine Folge der sranzösi- >renden Chevallerie unter den Schwäbische» Kaisern, welche 'die deutsche Rauheit etwas abschliff, im ersten Aufblühenwieder verschwunden zu seyn. Als mit Lonradin, derjungen Heldcnseele, die selbst ein Contrefcy des enthusiasti-schen Abeuthcucrlicbcndcn Geistes der Rittcrey ist, das furcht-bare Hohcnstaufische Daus zu Trümmern herabgesunkcrrwar, wurde Deutschland nun vollends ein Schauplaz vonGewaltthätigkeit, Zwietracht und Landzerrüttcndcr Un-ruhe.
Die unzähligen Glieder wollten sich nicht unter ein Hauptfügen, und alles wollte Kopf seyn. Dadurch litt nothwen-dig auch die Ordnung, welche die Seele der Ritterschaftwar. Man behielt die Staturen oder die Theorie bey, aber