Nimmt man den natürlichen Drang des Menschen, auS-zuschwcisen über die enge ihm bekannte Sphäre, den Durstnach der Kenntniß fremder Länder und Vetter und Sitten,und den fanatischen Wahn der Zeit dazu, als oh daS Land,dessen Luft der Erlöser eingebogen, selbst geweiht wäre: sobegreift man leicht, welch einen neuen Ton diese Fahrtenihrer Phantasie gaben, welch eine Liebe für ihren Orden,welchen neuen Muth und welche Starke sie ihnen einprä-gen mußten I Die Anführer der Kreuzzügc waren ohne dießdarauf bedacht, alles, was schwärmerischen NeligionSgeistnähren, und anfeuern konnte, hcrvvrzusuchen, um durch ebendieses Mittel den Muth desto fester zu stählen.
Wir sehen also: der Nittcrgcist bekam hier nun eine eigneTinctur. Alle übrigen Farben wurden bcunahc der, die ervon der Religion schon zum Voraus hatte, untergeordnet.Man schäzte sichS zur größten Ehre, am heiligen Grabeselber den Ritterschlag erhalten zu können. Viele Edle scho-ben die Ceremonie auf, bis sie dahin gelangten, um ihrmehr Feycrlichleit und andächtige Würde zu geben.
DaS Feine, Geschmeidige, das die Glieder der Ritter-gesellschaft so sehr auszeichnet, ward vielleicht durch den Um-gang mit den feinern Griecben, und überhaupt durch diegegenseitige Anrükung um so mehr erhöht.
Eine angenehme Scene voll charakteristischer Wirkung,muß eS gewesen seyn, wenn hier so deutscher, französischer,italiänischer, und spanischer Adel zu'ammentraf. Welch einSporn der Wctteift, ung für das Lharcnlechzende Herz, welcheine neue Schwungkraft für die romantischgesinnte Seeledes Helden!
VI. Ab-