Alle Leidenschaften unsrer Vorfahren vereinigten sich inder Leidenschaft für die Ehre des KricgS. Lllles hatte da-hin Bezug; selbst in den Schauspielen der alten Deutschen,deren sie nur Eine Art hatten, drüite sich ihr kriegerischerGeist aus.
Naltc Jünglinge, die sich daraus ein Vergnügen macl>-lc», sprangen zwischen bloßen Schwertern, und den Spl-ze» der Spieße bcruin. DaS urar erst eine bloße klebung,nachher machte man eine .Kunst daraus, und die Kunstlehrte es mit einem gcmisien Anfand verrichten. TiefeSchauspiele wurden bey allen ihren Versammlungen wieder-holt. Sie giengen auch nicht anders als bewaffnet zur Ar-beit und zum Schmaus, und die bcp dem Trunk, dem sieergebe» waren, häufig vorfallenden Zwisiigkeiten, wurdenMit dem Degen und nicht mit Wettstreit abgethan. Manbildete die Könige auf einem Schilde ab, und wo ein sol-cher Schild über einem Thore hieug, da war es ein Zei-chen, daß die höchste Gerichtsbarkeit an einem solchen Ortewohne. Die Richter und Könige konnten nicht eher zu ei-ner solchen Würde erhoben werden, als bis sie Proben inden Waffen abgelegt, oder gewisse bestimmte ritterliche Tha-ten ausgeführt hatten; und wie man damals die Ober-häupter mehr zum Kriegen und zur Verwüstung der benach-barten Lander, als zur Erhaltung der Gerechtigkeit undBilligkeit aussuchte, so konnte .man auch anders nicht zurEhre der Oberherrschaft gelangen, als durch öffentliche Pro-ben der Starre und des Muthes, k'eberhaupt war derKrieg der Zweck aller ihrer Handlungen. Sie achteten keinGut, wenn cS nicht mit ihrem Blute erkauft war, es blen-dete sie lein Reichthum, und die Ehre, welche durch die Waf-fen erworben werden konnte, war ihr einziger Wunsch. Fürihr Vaterland zu sterben, war ihr Ehrgeiz. Unsre Ehre,
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