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Am Feierabende des 15. Dezember.
er predigte aber nicht mir mit dem Munde, sondernauch durch sein erhabenes Tugendbeispiel, und suchte,wie ein treuer Hirte, die verirrten Schäflein Christi aufden Weg des Heiles znrückzuführen. Nachdem er allent-halben durch sein Wort und Beispiel Segen verbreitethatte, entschlief er selig im Herrn, reich au Tugendenund Verdiensten, i. I. 596.
Gebet. Heiliger Abt und Prediger Agnellus!bitte für uns bei Gott, damit auch wir Freunde derTugend werden und einst, wie du, den Lohn der Tugendempfangen mögen aus der Hand des ewigen Vergeltersim Himmel. Amen.
DreilMdertnenmmdvierzigstes Lesestnrk.
Am Feierabende des 15. Dezember.
Von den drei göttlichen oder theologischen Tugenden.
Fr. Wie heißen die drei göttlichen oder theo-logischen Tugenden?
Antw. Sie heißen: Glaube, Hoffnu n g undLieb e.
Belehrung und Beispiele. Diese drei Tugendenheißen göttliche oder theologische, weil sie unmittelbarvon Gott Herkommen und sich unmittelbar auf Gott beziehen,oder weil Gott der Grund und der Gegenstand dieserTugenden ist. Durch den Glauben glauben wir anGott, weil er die ewige unfehlbare Wahrheit ist; durch dieHoffnung hoffen wir auf Gott, weil er allmächtig, barm-herzig und getreu in seinen Verheißungen ist; durch die Liebelieben wir Gott, weil er das höchste und liebenswürdigsteGut ist. Sonach ist Gott der Grund und der Gegen-stand unsers Glau-bens, unsrer Hoffnungund unsrer Liebe. —Diese theologischen Tu-genden sind von höchsterWichtigkeit, so daß mannicht selig werden kann,wenn man sie nicht übtund Akte derselben ver-richtet. Daher schreibtder heilige Augu-stinus: „Der göttliche Bau (der Tugend und Vollkom-menheit) wird durch den Glauben gegründet, durch dieHoffnung in die Höhe geführt, durch die Liebe vollendet."(Sieh das obige Bild!) — Ein frommer Fischer kamMchler, Hausbuch.
mit einem Netze auf dem Rücken zur Zelle eines Abtes,nahm einen schönen Fisch heraus und legte ihn dem Abteals ein Geschenk zu Füßen. Der Abt und seine Jüngerbetrachteten den Fisch, der auf der Erde zappelte, sich wandund krümmte, mächtig mit dem Schweife schlug und mehrmalvom Boden emporsprang. — „Ach, das arme Thier," sagteeiner der Jünger, „wie es sich quält! Man sieht es ihm au,daß es nach seinem Elemente schmachtet; es ist ihm nirgendsanders wohl, cs kann nirgends anders leben, als nur imWasser." -— „So ist's auch mit uns Menschen," sprach derAbt; „auch uns ist nicht wohl, wir zappeln und schmachtenvergebens, wenn wir uns nicht in unserm Elemente befinde».Wir gehören nicht der Erde, sondern dem Himmel an. Unddarum können wir auf Erden nur in Gott wahrhaft seligleben, — im Glauben an Ihn, in der Hoffnungauf Ihn und in der Liebe zu Ihm."
Fr. Was solle» wir also thun, um diese wich-tige» theologische» Tugenden zu erlangen und in unszu bewahren?
Antw. Wir müssen 1) Alles meiden und verab-scheuen, was denselben entgegen ist, und I) diese Tugen-den öfter erwecken.
Fr. Was ist den drei theologischen Tugendenentgegen?
Antw. 1) Dem Glauben ist entgegen: Un-glaube, Irrglaube, Glaubenszweifel, Gleichgiltigkeit imGlauben rc.; 2) der Hoffnung ist entgegen: theilsVerzweiflung und Mißtrauen, theils Vermessenheit undfalsches Vertrauen; 3) der Liebe ist entgegen: jedeTodsünde und überhaupt jede Beleidigung, jede Gleich-giltigkeit oder Abneigung gegen Gott.
Belehrung. Wenn wir die drei göttlichen Tugendenerlangen wollen, so müssen wir Alles verabscheuen, waS1) dem Glauben entgegen ist, nämlich Unglaube, in-dem mau an keinen Gott, an keine geoffenbarte Religionglaubt; Irrglaube, indem man falschen Meinungen und Leh-ren in Bezug auf die Religion folgt; freiwillige Glau-benszweifel, indem man die Wahrheit einzelner Glaubens-lehren in Zweifel zieht; Gleichgiltigkeit im Glauben,indem man sich um die Religion und den Religionsunterrichtwenig oder gar nicht kümmert oder alle Religionen für gleichgut hält. Wir müssen ferner verabscheuen, was 2) derHoffnung entgegen ist: nämlich u) Verzweiflung und
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MKM