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Viertes Hauptstiick. Von der Todsünde, und zwar don ihrer Abscheulichkeit und Bosheit.
schaudern (sieh das vorausgehendc Bild!) und ausrufen:„Wie sollte ich ein so großes Nebel thun und sündigen widermeinen Gott!" (1. Mos. 39, 9.)
Beispiele und Anwendung. Blanka, die frommeund gottselige Königin Frankreichs, erkannte gleichfalls jedeSünde, sie mochte schwer oder gering sein, als das größteNebel auf Erden; daher suchte sie ihrem lieben Söhnlein,der nunmehr unter der Zahl der Auserwählten als Ludwigder Heilige glänzt, einen recht lebendigen Abscheu gegendie Sünde einzuslößen. Oft sprach sie zu ihm in einemmütterlich ernsten und warnenden Tone: „O theures Kind!begehe nur keine Sünde! Ich liebe dich gewiß, und liebedich mit einer Zärtlichkeit, wie wohl kaum eine andere Mutterlieben kann; aber dennoch wollte ich dich lieber tausendmaltodt zu meinen Füßen liegen, als dich auch nur eine einzigeSünde begehen sehen!" -— Einen ähnlichen Abscheu hattenalle Heiligen Gottes vor der Sünde, so viele ihrer uns dieLegende auch aufzählen mag; lieber wollten sie sterben, alsden Heiligsten auch nur mit der geringsten Sünde be-leidigen. — Gar oft pflegte der heilige Edmund, Erz-bischof von Cantcrbury, zu sagen: „ Wenn zu meiner Rechtenein brennender Kalkofen stünde, zu meiner Linken aber dieSünde, so wollte ich lieber in's Feuer springen, als in dieSünde einwilligen."
Legende: Der heilige Bischof Eligius (ch 659).
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Ebenso, wie Blanka und wie der heilige Edmund,haßte auch der heilige Bischof Eligius, dessen An-denken wir heute feiern, jede, auch die geringste Sünde;denn er war selbst im Kleinsten so gewissenhaft undtreu, daß ihn Klotar, König von Frankreich, überVieles setzte, indem er ihn zu seinem Münzmeister er-
hob, nachdem er sich früher schon als Goldarbeiter durchseinen Fleiß und seine außerordentliche Redlichkeit dieGewogenheit dieses Königs in hohem Grade erworbenhatte. Durch beständiges Lesen der heiligen Schrift er-langte der heilige Eligius eine so große Kenntniß inden Heilswahrheiten, daß er zum Bischof von Nohonerwählt wurde, als welcher er bis zum Ende seinesLebens mit regem Eifer das Heil seiner Heerde beför-derte. Dabei übte er strenge Abtödtungen und zeigtesich stets als einen Vater der Armen, denen jederzeitseine Wohnung offen stand, und der größte Theil seinerEinkünfte gehörte. Nachdem er beinahe zwanzig Jahrelang mit apostolischem Eifer seine Diöcese verwaltethatte, unterlag er endlich den vielen für die Ehre Gottesund das Wohl des Nächsten ausgestandenen Mühen undbeschloß sein heiliges Leben im siebenzigsten Jahre seinesAlters niit einem heiligen Ende — am 1. Dezember 659.
Gebet. O Gott, der du den heiligen BischofEligius uns zum Muster und Vorbild der Treue undRedlichkeit gegeben hast, laß uns seinem schönen Bei-spiele Nachfolgen, auf daß auch wir jede, selbst die ge-ringste Sünde meiden, uns auch treu im Kleinen er-weisen und dereinst über Vieles gesetzt werden, durchChristum, unfern Herrn. Amen.
DreihundertsechMnddreißigstes Lesestück.
Am Feierabende des 2. Dezember.
Bon der Todsünde, und zwar von ihrer Abscheulichkeit undBosheit.
Fr. Was soll uns von der Sünde und besondersvon der Todsünde abschrecken?
AntW. Die Betrachtung ihrer Bosheit und ihrerschlimmen Folgen.
Fr. Worin zeigt sich dieBosheit der Todsünde?
AntW. Darin, daß sie 1) eine freche Empörunggegen Gott, 2) eine schmähliche Verachtung der Machtund Allwissenheit Gottes und 3) ein ungeheurer Un-dank ist.
Fr. Jnwieferue ist die Todsünde eine frecheEmpörung gegen Gott?
AntW. Weil sich Derjenige, der eine Todsündebegeht, gleichsam Gott, dem höchsten Herrn Himmelsund der Erde, widersetzt.
Belehrung. Von Dem, der eine Todsünde begeht,gilt das Wort des Herrn: „Du hast mein Joch abgeworfen