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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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612
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612 Viertes Hauptstiick. Von den Versündigungen gegen die Gott schnldige Verehrung rc.

Silbermllnzen. Da versammelten sich die Acltcsten der Ge-meinde, um sich zu berathen, waö mit dem Gelbe zu beginnenwäre. Einige wollten cs für die Armen verwenden, Anderezum Bau einer Kirche oder für Abschriften der heiligenEvangelien; allein die Väter der Gemeinde, die heiligenAebte Makarius und Pakabo, entschieden es anders; siesprachen: „Leget den Geldsack zu ihm hinein in's Grab,schüttet Erde darüber, und rufet dabei: Dein Geld seiewig mit dir zu deinem Verderben!" Und die Einsiedlerentsetzten sich hierüber so sehr, daß Niemand mehr an solchein Sparen und Bewahren sich wagte. Diese strenge Maß-regel des großen Makarius könnte sehr hart und grausamerscheinen, wenn man nicht darauf sieht, daß jene Einsiedler,durch das strenge Gelübde der Armuth gebunden, Nichtsbesitzen durften, und also das Laster des Geizes hier biszum Sacrilegium stieg, daher es auch eine schreckende Warnungforderte. — O Götze des Goldes, wie sehr kannst du selbstden Frommen blenden!

Fr. Warum ist das Laster des Götzendienstes undder Abgötterei so verabschenungswürdig?

Antw. Weil cs 1) der größte Gräuel in den AugenGottes, und 2) die größte Thorheit ist.

Belehrung und Beispiele. Die Abgötterei istt) der größte Gräuel in den An gen Gottes;darum ruft schon Moses (5. Mos. 27, 15.) aus: „Verfluchtsei Derjenige, der sie begeht; denn sie ist ein Gräuel vordem Herrn!" Nichts haben daher die wahren Anbeter Gottesmehr verabscheut, als die Abgötterei; lieber wollten sietausendmal sterben, als vor einem Götzen ihr Knie beugen,wie z. B. die drei Jünglinge im Feucrofen und so vieleheilige Blutzeugen Christi. 2) die Abgötterei ist aber auchdie größte Thorheit. Kann cs denn etwas Unsinnigeresgeben, als vor einem vcrnunftlosen Thiere, vor leblosenWesen, vor einem todten Steine, vor einem Gestirne desHimmels, vor einem Elemente der Erde anbeteud niederfallenund darin seinen Gott erkennen? Die alten Schthenkannten keine andere Gottheit als den Kriegsgott, und dieserGott war ein altes breites Schwert, welches auf einenAltar gestellt durch blutige Opfer von Pferden, Kühen,Ziegen, ja wohl sogar durch Menschenopfer abgöttisch ver-ehrt wurde. Alle Jahre wurde ihm ein Hauptfest gefeiert,und an demselben .aus den Gefangenen jeder Hundertste ge-opfert. Dem Unglücklichen wurden an den Schultern die

Arme abgehauen, hoch in die Luft geworfen und aus der

Art, wie sie auf den brennenden Altar des Götzen herab-fielen, die Zukunft und das Verborgene gedeutet. —

Welche Thorheit verräth sich also nicht im Götzendienste oderin der Abgötterei!

Legende: Der heilige Bischof und MärtyrerJanuarius (ch 305).

Die Abscheulichkeit und Thorheit der Abgötterei er-kennend, wollte der heilige Bischof Januarius, dessenFest am heutigen Tage in der ganzen katholischen Kirche,besonders aber in Neapel gefeiert wird, lieber sterben,als den heidnischen Göttern opfern. Er war in Neapelgeboren und wurde wegen seiner Frömmigkeit znm Bi-schöfe von Benevent erwählt. Mit heiligem Eifer nahmer sich um die Ausbreitung des Christenthnms an, be-suchte, von christlicher Liebe durchdrungen, seine christ-lichen Milbriider, welche um des Glaubens willen imGefängnisse schmachteten, und tröstete sie mit himmlischemTröste. Endlich wurde er selbst ergriffen und in's Ge-fängniß geworfen. Fruchtlos blieben alle Versprechungenund Drohungen; Nichts konnte ihn zwingen, den Götternzu opfern. „Es ist nur Ein Gott," rief er ans, „denich anbete, und dieß ist der Herr Himmels und derErde; enern Götzendienst aber verabscheue ich." Undso litt er mit seinen beiden Glaubensgenossen, demDiakon Fe st ns und dem Lektor Desiderius, freudigden Martertod i. I. 305.

Gebet. O Gott, der du uns das Fest deinerheiligen Märtyrer Januarius und seiner Gefährtenfeiern lassest, gib, daß wir ebenso wie sie alle Abgöttereiverabscheuen und nur dich allein anbeten, der du lebestund regirest in alle Ewigkeit. Amen.