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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 3. September.

ihn zu lieben, und uns zum Lohne die ewige Seligleitverspricht, 3) Weil er uns zuerst geliebt und uns un-zählige Wohlthaten an Leib und Seele erwiesen hat.

Belehrung. Wer sollte Gott den Herrn nicht lieben,da uns so viele Gründe zur Liebe Gottes aufsordern? Erist ja 1) das höchste vollkommenste Gut, das allerLiebe werth ist. Wer Gott den Herrn in seiner Schön-heit, Heiligkeit und Vollkommenheit betrachtet, der kann nichtanders, er muß ihn lieben. Daher schreibt der heilige Jo-hannes:Wer Gott nicht liebt, der kennt ihn nicht."

(1. Joh. 4, 8.) Sobald der heilige Augustin Gottden Herrn in seiner Schönheit und Vollkommenheit erkannte,wurde er auch von inniger Liebe zu ihm hingezogeu; esbrannte sein Herz von göttlicher Liebe (sieh das obige Bild!),und oft rief er aus:O Herr, mein Gott! was liebe ich,wenn ich dich liebe? Nicht eine irdische Schönheit, nicht denGlanz des Lichtes, der dem Auge gefällt, nicht süsse Medicin,nicht den köstlichen Duft "wohlriechender Blumen, nicht Mannaund Honig, daS Alles ist es nicht, was ich liebe, wennich meinen Gott liebe; sondern Dich liebe ich, der alleSchönheit dem Schönen, alle Süssigkeit dem Süssen, allenWohlgeruch dem Duftenden, alle Entzückung dem Entzückendenverliehen hat, Dich, das eine höchste Gut, mein Ein undAlles!" Das muß auch bei uns der erste Grund unsererLiebe zu Gott sein, weil er nämlich das höchste, vollkommenste

Mehler, Hausbuch.

und dcßhalb liebenswürdigste Gut ist; 2) müssen wir ihnaber auch deßhalb lieben, weil er eS befiehlt, ihn zulieben, und uns zum Lohne die ewige Seligkeitverspricht. Wie oft, wie deutlich hat dieß nicht der gött-liche Heiland ausgesprochen, wenn er sagt:Du sollst den

Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, ausdeiner ganzen Seele, aus allen deinen Ärmsten und aus deinemganzen Gemüthe!" Mit der Erfüllung dieses Gebotes istaber auch das ewige Leben verbunden; den» als einst,wie wir schon oben erzählt haben, ein Schriftgclchrter zumgöttlichen Heilande kam und fragte:Meister! was muß

ich thun, um das ewige Leben zu erlangen?" da er-widerte dieser:Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben re."(Matth. 22, 3540.) Willst du also, mein Christ! dasewige Leben erlangen, so mußt du Gott lieben. Dusollst ihn aber endlich 3) auch noch deßhalb lieben, weil eruns zuerst geliebt und uns unzählige Wohlthatenan Leib und Seele erwiesen hat.Lasset uns ihnlieben," ruft der heilige Johannes aus,weil er uns zu-erst geliebt hat." (1. Joh. 4, 19.) Und der göttliche Hei-land selbst schildert die Größe der göttlichen Liebe zu u»Smit den Worten:Also hat Gott die Welt geliebt, daß er

seinen eingebornen Sohn hingab rc." (Joh. 3, 16.) Werist endlich im Stande, all jene Gnaden und Wohlthaten auf-zuzählcn, die Gott uns schon erwiesen hat und noch immertäglich und stündlich erweist? Wer sollte also Gott denHerrn nicht lieben?

Beispiel und Anwendung. Aegidius, der Ge-fährte des heiligen Franziskus,'suchte einen Wcltmcnschcnzur Liebe Gottes zu entzünden, indem er ihn zu einemUnglücklichen führte, der weder Augen noch Hände hatte.Er fragte diesen:Wenn cs einen Menschen auf der Welt

gäbe, der dir Augen und Hände wieder geben könnte, würdestdu ihn lieben?" Mehr als das, entgegnete der Unglückliche,ich würde die härtesten Sklavendienste für ihn verrichten.Nun wandte sich Aegidius zu dem Weltmensche» undsagte:Dir hat Einer alle Glieder gegeben und außerdem

noch unzählig viel Gutes; was solltest du Dem thun?Solltest du ihn nicht über Alles lieben, und ihm Leib undSeele schenken?" Ja freilich, meine Christen, das solltenwir Alle thun; es ist ja nicht mehr als billig, daß wir Denentgegen lieben, der uns so viele Beweise von Liebe gibt,indem er uns mit Gnaden und Wohlthaten gleichsam überschüttet.

Fr. Wie theilt man die Liebe Gottes ein?

Antw. In vollkommene und unvollkommene.

Belehrung. Die Liebe Gottes ist entweder voll-kommen oder unvollkommen; vollkommen ist sie,

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