53V Drittes Hauptstitck. Von den Ceremonien bei der Priesterweihe, und zwar von den drei höheren Weiben.
einfachen Priester, auf der zweiten die Bischöfe, auf derdritten die Erzbischöfe, auf der vierten die Patriarchen,endlich auf der höchsten Stufe steht der Bischof vonRom oder der Papst.
Belehrung. Wenn gleich nur Ein Pricsterthum ist,so gibt es doch wieder verschiedene Abstufungen der kirchlichenRegiernngsgcwalt. Auf der ersten Stufe stehen die einfa-chen Priester, deren Rechte und Pflichten wir bereitskennen. — Auf der zweiten Stufe stehen die Bischöfe,welche die einzelnen Diöcesen regiren. Sie sind die Nach-folger der Apostel, die ersten Hirten der Kirche; sie besitzendie Fülle des Priesterthums; man heißt sic daher auch Hohe-priester, weil sie die Gewalt haben, Priester zu weihen unddie Getauften zu firmen. — Auf der dritten Stufe derNegierungsgewalt stehen die Erzbischöfe, welche das Ver-halten der Bischöfe in gewissen Beziehungen und Gegenstän-den zu überwachen haben. — Auf der vierten Stufe stehendie Patriarchen. Diesen stand von Alters her eine ge-wisse Uebcrwachung der kirchlichen Verhältnisse über größereGebiete der Kirche zu. In den ersteren Jahrhunderten gabes deren vier: zu Constantinopel, zu Alexandria, zu Antiochiaund zu Jerusalem. — Endlich die höchste Stufe der kirch-lichen Negierungsgewalt nimmt der Bischof von Nomein, der heilige Vater, der Papst genannt, welcherHirte und Patriarch der ganzen katholischen Welt ist, unddaher auch der Bischof der Bischöfe, der oberste Hoheprie-ster heißt.
Legende: Der heilige Prie ster und MärtyrerEusebius.
Mit der erhabenen priesterlichen Würde, von wel-cher im heutigen Lesestück die Rede war, war auch derheilige Märtyrer Eusebius ausgerüstet, dessen An-denken heute gefeiert wird. Er bekämpfte zu Nom unterdes CoustautiuS Regierung die Arianer mit vielem Eifer.Man liest in seinen Akten, daß er auf des KaisersBefehl in seinem eigenen Gemache eiugekerkert wordensei, und daß er sein Gefängniß durch ein beständigesGebet geheiligt habe. Nachdem er viele Leiden um desGlaubens willen erduldet hatte, starb er selig im Herrnim vierten Jahrhundert. Sein Name stand allezeit zuNom in großer Verehrung.
Gebet. Wir bitten dich, o Herr! verleihe unsauf die Fürbitte des heiligen Priesters und MärtyrersEusebius die Gnade, daß wir aus den erhabenenCeremonien, welche mit der Priesterweihe verbunden
sind, auch die erhabene Würde des Priesterlhums erkennen und die Priester lieben und ehren, die du unssendest — durch Christum, unfern Herrn. Amen.
Zweihundertsiebenundzwanzigstes Lesestmk.
Am Feierabende des 15. August.
Vom heiligen Sakramente der Ehe.
Die Ehe — ein Sakrament; ihre Unauflösbarkeit.
Fr. Was ist die Ehe?
Antw- Die Ehe ist jenes Sakrament, durch wel-ches zwei ledige, christliche, unversprochene Personen,Manu und Weib, sich verheirathen und durch die GnadeGottes gestärkt werden, die Pflichten ihres Standes bisin den Tod getreu zu erfüllen.
Fr. Ist die Ehe wirklich ein Sakrament?
Antw. Freilich; denn es kommen dabei die dreizu einem Sakramente erforderlichen Stücke vor: 1) diegöttliche Einsetzung, 2) das äußere Zeichen und 3) dieinnere Gnadenwirkung.
Belehrung. Von jeher wurde die Ehe in der Kirchefür ein Sakrament gehalten, und der heilige Paulus nenntsie sogar ein großes Sakrament, weil sie ein Zeichender unaufhörlichen Vereinigung Christi mit seiner Kirche ist.Daher erklärt auch der Kirchenrath von Trient (Löss. 24.oap. 1.): „So Jemand sagt, die Ehe sei nicht wahrhaft
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