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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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528
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528 Drittes Hauptstück. Von den Ceremonien bei der Priesterweihe, und zwar von den drei höheren Weihen.

ZweihnndertsechsundMlizigstes Lesestück.

Am Feierabende des 14. August.

Von den Ceremonien bei der Priesterweihe, und zwar von dendrei höheren Weihen.

Fr. Wie heißen die drei höheren Weihen?

Antw. 1) Die Weihe zum Subdiakon, 2) zumDiakon und 3) zum Priester, deren jede nur unterder heiligen Messe des Bischofs ertheilt werden kann,während die Tonsur und die 4 niederen Weihen auchaußer der heiligen Messe erheilt werden können.

Fr. Welches sind die Verrichtungen des Sub-diakons?

Antw. Folgende: er bringt den Kelch, die Pateneund das Brod zum Altäre, mischt Wasser in den Wein,welchen der Diakon in den Kelch gegossen, und singt dieEpistel bei der heiligen Messe.

Belehrung. Gewöhnlich schreibt man dem PapsteFabian die Einführung der Subdiakonen zu, indemer den sieben Notaren, welche die Martyrerakten zu sammelnhatten, sieben Subdiakonen beigab. Ihre Verrichtungensind die oben angegebenen, und darauf beziehen sich nun auchalle Ceremonien und Gebete, welche bei der Weihe der Sub-diakonen üblich sind. Durch die Uebernahme dieser Weiheverpflichtet man sich, für immer im geistlichen Stande zubleiben; zugleich übernimmt man die Pflicht, täglich dasBreviergebet zu beten und das ganze Leben ehelos und instrenger Keuschheit zuzubringen.

Fr. Worin besteht das Amt der Diakonen?

Antw. Darin, daß sie während der heiligen Messedem Priester am Altäre assistiren und das Evangeliumsingen, daß sie predigen und die zwei heiligen Sakra-mente der Taufe und des Altares spenden.

Belehrung und Beispiele. Die Weihe der Dia-konen ist schon apostolischen Ursprungs. Die Apostelgeschichte(6. Kap.) erzählt Folgendes:Als die Anzahl der Jüngerimmer größer wurde, äußerten die Griechischen gegen dieHebräischen ihre Unzufriedenheit, daß ihre Mittwen bei dertäglichen Armenpflege zurückgesetzt würden. Die zwölf Apostelriefen daher die Gemeinde der Jünger zusammen und spra-chen:Das geht nicht an, daß wir das Wort Gottes hint-ansetzen und die Sorge für den Unterhalt der Armen über-nehmen. Darum Brüder, suchet sieben Männer unter euchaus, die ini guten Rufe stehen, die voll heiligen Geistes

und voll Weisheit sind. Diese wollen wir dann zu diesemGeschäfte anstellen; wir aber wollen fortwährend dem Gebeteund dem Dienste des Wortes obliegen." Dieser Vorschlaggefiel der ganzen Gemeinde. Man wählte daher sieben undstellte sie den Aposteln vor, welche unter Gebet ihnen dieHände auflcgten." Unter diesen sieben war der Erste derheilige Stephanus, ein Mann voll Glaubens und volldes heiligen Geistes. Aus obiger Stelle geht hervor, daßdas Hauptgeschäft der Diakonen die Almosenpflege war. Je-doch schon zu den Zeiten der Apostel hatten sie geistlicheVerrichtungen zu machen; so predigte z. B. Stephanusdas Evangelium; Philippus lehrte und taufte den vor-nehmen Aethiopier; und in der Folge der Zeit waren diegeistlichen Verrichtungen ihr Hauptgeschäft, das in Folgendembesteht: sie dürfen während der heiligen Messe dem Priesteram Altäre assistiren und das Evangelium singen; sie dürfenpredigen und die zwei heiligen Sakramente der Taufe unddes Abendmahles spenden. Auf alles Dreß nun beziehensich auch hier wiederum die Ceremonien und die Gebete desBischofs bei der Weihe der Diakonen.

Fr. Wie heißt die dritte und letzte höhere Weihe?Antw. Die Priesterweihe.

Belehrung. Da diese Weihe von besonderer Wich-tigkeit ist, so will ich dir, mein christlicher Leser! die Cere-monien, welche dabei üblich sind, ausführlich erklären. -Der Bischof erscheint in vollem Ornate, begleitet von mehre-ren Priestern und besteigt seinen Sitz. Der Erzdiakon, einDomherr, führt ihm die Neuzuweihenden, die das Meßge-wand auf dem Arme tragen, vor und bittet, der Bischofmöge diese Jünglinge zu Priestern weihen. Der Bischofwendet sich nun an den Erzdiakon mit der Frage:Weißtdu denn, daß sie würdig sind?" Dieser antwortet schüchtern:So weit es die menschliche Schwäche gestattet, weiß ich,daß sie dieses Amtes würdig sind."- Wenn nun keineEinwendung erfolgt, so werfen sich die Neuzuweihendeu aufden Boden und bekennen dadurch, daß sic der Welt abstcr-ben und sich ganz Gott opfern wollen. Inzwischen wirdvom Bischöfe und den anwesenden Priestern die Litanei allerHeiligen gebetet, und diese mächtigen Freunde Gottes wer-den um ihre Fürbitte angerufen. Gegen das Ende derLitanei erhebt sich der Bischof und segnet dreimal die aufdem Boden Liegenden, sprechend:Daß Du, o Gott, dieseAuserwählten segnen wollest; daß du diese Auserwähltensegnen und heiligen wollest; daß du diese Auserwählten seg-nen, heiligen und weihen wollest." Die umstehenden Priester