Druckschrift 
Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
Entstehung
Seite
493
Einzelbild herunterladen
 

Am Feierabende des ZI. Juli.

493

kÄMM

L »,*' 7

Christen. Sie kamen bei Anlaß eines Perserkueges alsGefangene nach Nom, und bekannten während der Chri-stenverfolgung des Dezins unerschrocken den Glauben.Mancherlei Qual und Marter wurde gegen sie ange-wandt, aber vergeblich; die Gnade des Himmels er-glänzte nur desto herrlicher an ihnen. Sie litten end-lich den Tod im Amphitheater. Die Christen zu Nombehandelten sie als ihre Brüder in Christo, weil sie diegleiche Hoffnung des ewigen Lebens mit ihnen theilten,und begruben ihre Leichname neben dem Hanse des Un-terdiakons Quirinus. (Sieh das obige Bild!) ZurZeit Constantins wurden die Ueberreste dieser Heiligenanfgefunden und auf dem Gottesacker, Pontion genannt,unfern der Tiber auf dem Wege nach Porto beigesetzt.

Gebet. Wir bitten dich, o Herr! um Kraftund Stärke, damit wir alle Leiden und Widerwärtig-keiten, die du uns schickest, als Buße für unsere Sündenebenso mit christlicher Standhaftigkeit ertragen mögen,wie die heiligen Märtyrer Abdon und Sennen, undauf die Fürbitte dieser Heiligen Gnade und Verzeihungerlangen — durch Christus, unfern Herrn. Amen.

Zweihundertundzwölstes Lesestück.

Am Feierabende des 31. Juli.

Vom Rückfall in die Sünde.

Fr. Was ist bei der Buße die Hauptsache?Aniw. Daß wir unser Leben wahrhaft bessern und

nicht mehr in die vorigen schwerenSünden zurückfallen; denn wer im-mer in die vorigen schweren Sün-den znrückfällt, bei Dem ist anzu-nehmen, daß seine Beichten sehrverdächtig, und sein Zustand sehr-gefährlich sei.

Belehrung. Nichts vereitelt dieherrlichen Früchte der Buße mehr, alsder Nückfall in die vorigen schwerenSünden; dadurch wird der Zustanddes Sünders immer gefährlicher. Dergöttliche Heiland selbst schildert dießmit den Worten: „Wenn der unreineGeist vom Menschen ausgefahren ist, .. .so geht er hin und nimmt noch siebenandere Geister mit sich, die ärger sind,als er, und sie ziehen ein und wohnendaselbst; und die letzten Dinge diesesMenschen werden ärger als die ersten." (Luk. 11, 26.)Der Rückfall in die Sünde gleicht dem Rückfall in eineKrankheit; je öfter sich ein solcher Rückfall wiederholt, destogefährlicher wird der Zustand des Kranken. Daher sagt indieser Beziehung ganz treffend der heilige Eligius: „Schondas erste Mal wird der Beinbruch nur mit vieler Mühegeheilt. Ereignet er sich aber neuerdings, so verursacht erungleich heftigere Schmerzen, und selbst der geschickteste Arztist lange ungewiß, ob er das wiederholt beschädigte Gliednoch einmal zum Gebrauche werde Herstellen können, da derSchaden stets um so größer ausfällt, je öfter er erneuertwird. Und so verhält es sich auch mit dem Rückfall in dieSünde, diesem wiederholten Beinbruch der Seele."

Beispiel und Anwendung. Alle Diejenigen, welcheimmer wieder auf's Neue in ihre frühen: Sünden zurück-fallen, gehen unfehlbar ihrem Verderben entgegen. Wirsehen dieß aus folgendem Beispiel. Heinrich II., Königvon Frankreich, fand eine besondere Lust an ritterlichen Spie-len, zumal an dem Turniere, und er selbst war in demsel-ben auch wohl geübt. Seine Gemahlin bat ihn dringend,in solchen gefährlichen Kampf sich nicht mehr einzulassen, under versprach es ihr auch; wohnte aber dessenungeachtet demnächsten Spiele bei, ließ von der Lust sich Hinreißen, tur-nirte und errang sogar den Preis. Als nun die Königinabermals in ihn drang und ihn beschwor, sein Leben sogroßer Gefahr nicht wieder unnützer Weise auszusetzen, wieder-holte er ihr ernstlich sein Versprechen, doch unter der Be-dingniß, ihn nur noch ein einziges Mal in diesem ritterlichen