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Drittes Hauptstiick. Von der Genugthuung, die uns als Buße anserlegt wird.
das Seine, wir sollen auch das Unsere thun. Daher legtuns der Beichtvater eine Buße aus.
Beispiele und Anwendung. Schon in der heiligenSchrift begegnen uns verschiedene Beispiele, aus denen wirersehen, daß nach der Nachlassung der Sünden noch zeitlicheStrafen übrig bleiben. Hören wir das Beispiel von Da-vid! Dieser hatte sich durch Ehebruch und Mord schwerversündigt. Gott ließ ihm seine Sünde durch den ProphetenNathan verweisen. (Sieh das vorhergehende Bild!) Da-vid erkennt sic reumüthig, und Nathan spricht: „Der Herrhat deine Sünde von dir genommen; — doch wird dein Sohndes Todes sterben." Sieh da, nach der Nachlassung derSünde die zeitliche Strafe! — So verzieh Gott auch unfernStammeltern die begangene Sünde, er erließ ihnen die ewigeBerdammniß; aber er legte ihnen viele zeitliche Strafen auf,ein mühevolles Leben und endlich den körperlichen Tod, dender heilige Paulus den Sold — die Strafe — derSünde nennt. — So hatte das Volk Israel eine schwereSünde durch Abgötterei begangen; auf das Flehen desMoses ließ Gott dem Volke die Sünde nach, aber zurzeitlichen Strafe kam keiner von Denen, welche gesündigthatten, in das gelobte Land; sie starben Alle in der Wüste.Selbst Moses kam nicht in das gelobte Land; das war diezeitliche Strafe für jene Sünde, die er durch ein Mißtrauenauf Gottes Hllfo begangen hatte. Die Sünde hatte ihmGott nachgelassen, die zeitliche Strafe aber mußte M o s c s er-tragen und auf solche Weise für seine Sünden genugthun.
Fr. Hat denn nicht Christus schon für unsereSünden überflüssig gennggethan? und ist es also noth-wendig, daß auch wir noch Genngthnung leisten?
Antw. Christus hat allerdings für unsere Sündengennggethan; dennoch will er, daß auch wir in Vereini-gung mit ihm Genngthunng leisten; gleichwie er auchfür uns gebetet hat, und dennoch will, daß auch wir,um selig zu werden, beten sollen.
Fr. Wann sollen wir die vom Beichtvater aufer-legte Buße verrichten?
Antw. Wenn der Beichtvater keine Zeit dazuvorgeschrieben hat, so ist es das Beste, sie sogleich zu ver-richten, und bevor man in irgend eine schwere Sündezurückgefallen ist.
Belehrung und Beispiel. Der Priester hat die Gewalt,uns Bußwerke aufzulegen von Christus selbst; denn dieser hatseiner Kirche die Gewalt gegeben, zu lösen und zu binden (Matth.18, 18.) Wie nun der Priester vermöge dieser Gewaltlösen, d. h. die Sünden Nachlassen kann, so kann er auchbinden, d. h. die Lossprechung entweder gänzlich vorenthaltenoder doch Bußwerke, Strafen für die Sünden auferlegen.
Eben deßhalb ist es auch unsere Pflicht, die auferlegte Bußegenau und ungesäumt zu verrichten. Wenn wir nun dieauferlcgte Buße nicht verrichten, so ist zwar die Beicht nichtungiltig, wenn wir nämlich wenigstens in der Beicht den Willenhatten, sie zu verrichten; allein wir begehen eine schwereSünde und berauben uns vieler Gnaden; hingegen ruht gro-ßer Segen auf jenen Büssern, die die auferlegte Buße gerneund treulich verrichten. Wir sehen dieß aus folgendem Bei-spiel. Ein sehr ausschweifender Jüngling kam einst zumheiligen Philippus Neri zur Beicht. Der Heilige nahmihn mit vieler Güte auf und sprach, nachdem er ihn anze-hört hatte, überaus liebevoll zu ihm: „Mein Sohn, ich willnicht viel von dir verlangen; ich gebe dir bloß zur Bußeauf, das Salve Regina täglich sieben Mal zu beten, ebenso oft die Erde zu küssen und dabei zu sprechen: „ Es könnteleicht sein, daß ich bald sterbe!" Der Beichtende verspraches zu thun und hielt treulich Wort. Und seit jener Zeitführte er ein sehr christliches Leben, lebte noch vierzehnJahre und starb eines heiligen Todes. Siehe, solch großerSegen ruht auf der treu verrichteten Buße! Nimm alsowillig die Buße an, welche der Beichtvater dir auferlegt,und verrichte sie freudig und pünktlich, und wenn dir die-selbe allzu beschwerlich zu sein schiene, so bedenke wohl, wieunbedeutend die gegenwärtigen Bußen sind im Vergleiche zuden früheren Kircheubußen und zu den ewigen Strafen, dieman verdient hat! Könntest du aber die Buße wirklich nichtverrichten, so mache den Beichtvater ehrerbietig daraus auf-merksam. — Wahrlich, keine Buße sollte uns zu schwer oderzu groß sein, wenn wir bedenken, was die Heiligen fürGott gethan, wie viel besonders die heiligen Märtyrer fürChristus und den christlichen Glauben gelitten und auSge-standen haben. Auch die Legende des heutigen Tages führtuns wieder mehrere heiligen Blutzeugen an, deren Beispieluns ermuntern soll, gerne Etwas für Gott zu leiden und jedeBuße und Genugthuung mit Freuden auf uns zu nehmen.
Legende: DieheiligeBeatrixun di hrebeidcnBrüder, Märtyrer (ch 303.)
Die beiden Brüder der heiligen Beatrix, mitNamen Siinplicius nnd Faustinus, waren i. I. 303zu Rom während der diocletianischen Christenverfolgungenthauptet nnd in die Tiber geworfen worden. Beatrixzog die Leiber ihrer Brüder aus der Tiber und bestattetesie zur Erde; hierauf blieb sie sieben Monate hindurchverborgen bei einer tugendhaften Matrone, NamensLucina, mit welcher sie Tag und Nacht im Gebeteund andern guten Werken zubrachte. Endlich aber wurdesie entdeckt und in gefängliche Haft genommen. Ihr