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Am Feierabende des 17. Juni.
Anttv- Freilich wäre dieß sehr strafwürdig, weilman sich auf solche Weise vieler Gnaden beraubt.
Belehrung und Beispiele. Mit dem Empfangedcr heiligen Firmung sind, wie wir im gestrigen Lesestück ge-sehen haben, große und wunderbare Wirkungen verbunden.Wie strafwürdig wäre es also nicht, wenn man den Empfangdieses heiligen Sakramentes absichtlich versäumen würde?Die Kirche des Alterthums erachtete es daher für eine strengePflicht, dieses Sakrament zn empfangen, und legte Eltern,die es versäumten, ihre Kinder firmen zu lassen, eine drei-jährige Buße auf, eine Buße, welche nur für schwere Sün-den angeordnet war. — Auch begegnet uns in der Kirchen-gcschichte ein Beispiel, aus dem wir ersehen können, welchschlimme Folgen die Vernachlässigung der heiligen Firmungmit sich bringen kann. Ein Mann, Namens Novati an,wurde während einer Krankheit, wo er in Todesgefahr war,getauft. Er vernachlässigte in der Folge den Empfang desSakramentes der Firmung. Ein schwaches Kind im Glau-ben, ein Streiter ohne Waffen, wird er bald ein Spielballdes Teufels. Von unwürdigen Beweggründen getrieben fander Mittel, sich zum Priester weihen zu lassen. Er verur-sachte eine Spaltung, die in Ketzerei ausartete, und ver-wirrte lange Zeit die Kirche. Er starb eines elenden Todes,und die heiligen Väter sagen uns unbedenklich, daß er inalle diese Verbrechen deßhalb fiel, weil er den Empfangdes Sakramentes der Erleuchtung und Stärkungvernachlässigte.
Fr. Wie nennt man daher dieses heilige Sakra-ment wegen seiner hohen Bedeutung und Wichtigkeitnoch?
Antw. Das Sakrament der Vollendung, weiles den getauften Christen erst zu einem vollkomme-nen Christen macht, wie schon oben in der Belehrungerklärt worden ist.
Fr- Was folgt hieraus?
Antw. Es folgt hieraus, daß dieses Sakramenteigentlich nur von den Bischöfen ausgespendet wer-den kann, als den rechtmäßigen Nachfolgern der Apostel.(Sieh das vorstehende Bild!)
Belehrung. Die Taufe kann im Nothfalle von Je-dermann ertheilt werden, weil es das nothwendigste Sakra-ment ist; die Firmung aber, weil es das Sakrament derVollendung ist, ertheilt nur der Bischof. Wir finden dießdurch jene bekannte Stelle aus der Apostelgeschichte (8. 14 ff.)
bestätiget. Philippus, der Diakon, taufte zwar eine großeSchaar von Männern und Frauen zu Samaria; allein fir-men konnten nur die Apostel; und darum wurden zu dieserheiligen Handlung Petrus und Johannes dahin gesandt.Ebenso firmle zu Ephesus der heilige Apostel Paulus. —Nur Ausnahmsweise dürfen die Missionspriestcr, welche weitentfernt von einem Bischöfe das Evangelium predigen, mitspecieller Erlaubniß des Papstes die Neugetauftcn firmen,damit diese mitten unter Heiden in Ermanglung der Firm-gnade nicht etwa im Glauben wieder schwach werden undunterliegen möchten.
Legende: Der heilige Ramuold, Abt zu St.
Emmeram in Regensburg. (P 1001.)
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Von der Wichtigkeit der heiligen Firmung überzeugt,bemühten sich von jeher alle frommen und heiligenChristen, dieses Sakrament der Stärke sobald als mög-lich zu empfangen. Unter diesen steht mit oben an derheilige Ramuold, dessen Andenken wir am heutigenTage begehen. Er ward 901 in Franken von einemdeutschen Rittergeschlechte geboren und widmete sich schonfrühzeitig der Erlernung der geistlichen Wissenschaften.Als er sich in seinen Jünglingsjahren zu Trier durchdas heilige Sakrament der Firmung gestärkt hatte,machte er große Fortschritte in der Tugend undWeisheit. Um das Jahr 930 trat er in das KlosterSt. Maximin und erwarb sich daselbst durch seine De-muth und Gottseligkeit alsbald einen großen Namen.Deßhalb berief ihn der heilige Bischof Wolfgang imJahre 975 nach Regensburg als Vorstand der AbteiSt. Emmeram, welche damals eines eifrigen und ein-sichtsvollen Leiters bedurfte. Diese Eigenschaften besaß