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Am Feierabende
unerschütterlichem Muthe die Lehre Christi bekannten" undtreu nach den Vorschriften derselben lebten. — Gegen dasJahr 272 lebte zu Cäsarea in Palästina ein Kriegsmann,Namens Marinus, der sich nicht weniger durch seineNeichthümcr, als durch seine Frömmigkeit auszeichnete. Daer dem Range nach der Nächste war zu einer Hauptmanns-stelle, meldete er sich zu derselben, als sie vakant geworden.Gleichzeitig trat ein Mitbewerber auf, welcher den Landes-statthalter, Namens Achäus, dadurch für sich zu gewinnensuchte, daß er vorgab, die römischen Gesetze verböten, denMarinus zu der Würde eines Hauptmannes im Heere zuerheben, weil er ein Christ und als solcher ein Feind desKaisers sei. Alsbald ließ der Statthalter den Heiligen vorsich laden, welcher ungescheut seinen christlichen Glauben be-kannte. Hierauf wurden ihm nur drei Stunden Zeit ver-gönnt, um sich über sein künftiges Schicksal zu besinnen, sodaß er entweder sterben oder seiner Religion abschwörensollte. Kaum hatte Theoktenus, der Bischof von Cäsarea,diese Vorgänge erfahren, so ging er auf der Stelle zumMarinus. Er traf ihn, als er eben die Wohnung desPrätors verließ. Er redete ihn an und erinnerte ihn andas Sakrament der Stärke, das er empfangen. Dann er-griff er ihn bei der Hand und fragte ihn, mit der einenHand auf Marinus Degen, mit der andern auf die heiligeSchrift deutend, was von Beiden er wähle. (Sieh das vorstehendeBild!) Ohne sich zu besinnen, wies Marinus auf dasheilige Buch und nahm es in die Hand. „So halte dichan den Herrn, deinen Gott," rief der Bischof, „und betezu ihm! Seine Gnade wird dich stärken, und dir das geben,was du aus eigenem Willen dir erwählt hast. Gehe hinim Frieden!" Vor den Richterstuhl des Prätors gerufen,um sich über seine Wahl zu erklären, erschien Marinusmit Würde und Festigkeit. Sein Glaube ließ ihn nicht nurnicht im Stiche, sondern kräftigte ihn zum kühnen Bekenntnißdes Namens und der Sache seines Heilandes. Gleich daraufwurde er zur Enthauptung verdammt, und das Urtheil ausder Stelle an ihm vollzogen. So mächtig, so unerschütter-lich stark wurde St. MarinuS in seinem Glaubensbe-kenntnisse durch die heilige Firmung!
Fr. Welche Wirkung bringt die heilige Firmungnoch hervor?
Antw. Sie drückt uns als Streitern Christiein unauslöschliches geistiges Merkmal auf.
Belehrung. Dieses spricht schon der heilige Paulusmit den Worten aus (2. Cor. 1, 21 — 22.): „Gott ist es,der uns sammt euch in Christo befestigt, und der uns gesal-bet, der uns auch das Siegel aufgedrückt und das Pfanddes Geistes in unsere Herzen gegeben hat." Durch diesesMerkmal unterscheiden sich die Gefilmten von allen Denen,die noch nicht gefirmt sind, und werden dadurch ganz be-sonders als Streiter Christi bezeichnet. Dieses Merkmal istunauslöschlich, d. h. der Gefilmte bleibt ein Kämpfer
des 16. Juni.
Christi, wenn er auch die Waffen nicht gebraucht; er istdann ein unwürdiger und strafbarer, aber doch ein Kämpfer,den zwar nicht die Ehre des Sieges, aber desto mehr dieSchande der Feigheit und gleichsam die Strafe eines Aus-reißers trifft.
Legende: Der heilige Bischof Benno (f 1106.)
Ein treuer Kämpfer Christi, der stets das Siegel,d. i. das unauslöschliche Merkmal der heiligen Firmungauf der Stirne und das Pfand des heiligen Geistes imHerzen trug, und an dem sich die Wirkungen der hei-ligen Firmung durch's ganze Leben oft genug und aufsWunderbarste bewiesen, ein solch treuer Kämpfer Christibegegnet uns gerade heute in der Geschichte der Heili-gen; es ist dieß der heilige Bischof Benno. Aus ei-nem adeligen Geschlechts zu Hildesheim in Sachsen ge-boren, wurde er schon im fünften Jahre dem Vorstehereines Klosters zur religiösen und wissenschaftlichen Bil-dung übergeben. Als der Jüngling auf den Scheidewegkam, wo er sich einen Stand, d. h. einen Weg wählensollte, um auf demselben dem Himmelreiche entgegen zuwandeln, bot ihm sein Vater, anstatt ihn auf die Wich-tigkeit der Wahl, auf die Gefahren und Pflichten einesjeden Standes aufmerksam zu machen, sogleich ein Fräu-lein aus einem ansehnlichen Hause zur Ehe an, mit ei-nem hinreichenden Gehalte, um mit ihr, bis er ein ein-trägliches Amt im Staate erhalten würde, leben zu kön-nen. Allein der Sohn, den ein tief religiöser Sinnweiser machte, als sein weltkluger Vater war, bat umAufschub unter dem Vorwände, daß er noch zu jung sei;was sich der Vater indeß gefallen ließ. Bald daraufstarb sein Vater, und die Mutter gestattete willig dem