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Am Feierabende des 10. Juni.
Christ! und dadurch zeigen, daß wir nicht nur wissen, was wirin der heiligen Taufe versprochen, und welchen Bund wirmit Gott geschlossen haben, sondern daß wir auch als treueAnhänger Christi und seiner heiligen Kirche leben und ster-ben wollen.
Legende: Die heiligen Märtyrer Primusund Feliciau. (ff 286.)
Wohl hat Niemand den Taufbund treuer gehalten,als diese beiden heiligen Märtyrer, deren Lebens- undLeidensgeschichte heute in der Legende erzählt wird; dennals sie durch die heilige Taufe in die Kirche Gottes aus-genommen waren, da erwiesen sie sich fortan als treueDiener und Anhänger Jesu Christi und ihres heiligenGlaubens. Sie waren Brüder und lebten mehrere Jahrezu Rom, wo sie sich wechselseitig zur Hebung aller Artenguter Werke ermunterten. Die Güter, welche sie be-saßen, theilten sie unter die Armen ans. Oft brachtensie Tage und Nächte in den Gefängnissen zu, um denBekennen: alle Liebesdienste zu erweisen; ja, sie wagtenes sogar, an den öffentlichen Orten zu erscheinen, umdie Gläubigen zur Standhaftigkeit und Ausdauer zu er-
ihren Muth zu erschüttern. Zuletzt verdammte man siezur Enthauptung, welche am 9. Juni vollzogen wurde.Die Christen trugen ihre Leiber weg und beerdigten siebei Nomento.
Gebet. Herr, himmlischer Vater! stärke auch unsmit deiner göttlichen Gnade, ans daß wir unfern Tauf«bnnd ebenso treu halten, wie die heiligen MärtyrerPrimus und Felician, und daß durch Nichts unsereTreue und Anhänglichkeit au Dich und Deine heiligeKirche erschüttert werden möge, durch Christum, unfernHerrn. Amen.
Hmlderteimmdsechzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 10. Juni.
Nothwendigkeit der heiligen Taufe.
Fr. Warum steht die Taufe unter den sieben hei-ligen Sakramenten oben an?
muntern. Um das Jahr 286 wurden endlich auch sieergriffen. Die Kaiser Diokletian und Maximian ließendie heiligen Märtyrer mit unerhörter Grausamkeit gei-ßeln und dann in die kleine Stadt Nomento, die zwölfMeilen von Rom liegt, abführen, damit man sie dortnoch schärfer züchtige. Der Richter übergab sie wiederden Händen der Henker, die sie anfangs auf verschiedeneWeise folterten, dann jeden insbesondere peinigten, undsie durch tausend Kunstgriffe zn bewegen suchten, denGötzen Weihrauch zn opfern. Allein die Gnade JesuChristi erhielt beide aufrecht, und nichts war im Stande,
Antw. Weites das erste und noth-wendigste Sakrament ist, indem manohne die Taufe weder ein anderes Sakra-ment empfangen, noch selig werden kann.„Wer nicht wiedergeboren ist ans dem Was-ser und dem heiligen Geiste, der kann in dasReich Gottes nicht eingehen." (Joh. 3, 5.)
Belehrung. Die Nothwendigkeit der hei-ligen Taufe für Jung und Alt, für Kinderund Erwachsene, ist über allen Zweifel erhaben.Der Herr hat dieß klar und deutlich in obigenv, Worten ausgesprochen, die der heilige Kirchen,O rath von Trient also auslegt: „Wer nicht, seies auch ein Kind von Einem Tage, wirklichoder doch dem Wunsche und der Begierde nachaus dem Wasser, wie aus einer Mutter, undaus dem heiligen Geiste, als Vater, wiederge-boren wird, der kann in das Reich Gottes nicht eingehen." —Wie sträflich handeln sonach nicht gene unchristlichen Eltern,die ihre neugebornen Kinder nicht sobald als möglich zurheiligen Taufe bringen lassen! wie gottlos jene Mütter,welche durch heftigen Zorn oder andere Leidenschaften ihrerLeibesfrucht schaden, so daß dieselbe vielleicht nicht einmal zurheiligen Taufe gelangt! wie teuflisch endlich gar jene Ra-benmütter, die ihrem Kinde nach der Geburt sogleich Lebenund Seligkeit rauben!