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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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371
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Am Feierabende des 9. Juni.

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Antw. Nein; die Taufgnade wird uns nicht ohnegewisse Verpflichtungen gegeben; denn es wurden unsoder in unserem Namen dem Tanfpathen heilige Gelöb-nisse, heilige Versprechungen abverlaugt, die man Tauf-gelübde nennt, und die darin bestehen, dag wir 1) Gottund der Kirche gehorsamen, 2) dem Tenfel nnd allenseinen Werken und aller seiner Hoffart entsagen, undZ) würdig wandeln in dem Berufe, zu dem wir durchdie heilige Taufe berufen sind.

Belehrung. Bei der Taufe schließt Gott mit demTäufling und der Täufling mit Gott einen Vertrag, denwir Taufbund nennen. Gott verspricht nämlich demTäufling seine Gnade und die ewige Glückseligkeit; derTäufling hingegen verspricht, an den dreieinigen Gott zuglauben, Christo und seiner Kirche zu gehorsamen, dem Teu-fel, allen seinen Werken und all seiner Hoffart zu entsagenund würdig zu wandeln als Geheiligter» als Kind und ErbeGottes, als Bruder Christi, als Glied der heiligen katholi-schen Kirche und als Werkzeug des heiligen Geistes.Diese heiligen Versprechungen nun, die wir in der Taufemachen, heißen Taufgelübde; und diese sind, wie derheilige Augustin sagt,unverletzliche Gelübde";denn wenn alle andern nachgelassen werden können, von denTaufgelübden kann Niemand, kann keine Gewalt im Himmelund auf Erden loSbindcn. Sie werden nicht einem Men-schen, sondern Gott gegeben- in der Kirche, im HauseGottes, im Angesichte des Himmels und der Erde, in Ge-genwart aller Engel, welche Zeugen sind des Wortes undder Treue, die mau gelobt. Wehe uns also, wenn wirhierin treulos würden!

Fr. Was sollen wir also thun, damit wir unseiner solchen Treulosigkeit nie schuldig machen?

Antw. Wir sollen 1) die Taufgelübde öftererneuern und 2) dieselben auch treulich imLeben beobachten.

Fr. Wie sollen wir die Taufgelübde öfter erneuern?

Antw. Mit Herz und Mund, mit Andacht undVerstand nnd zwar in folgenden Worten:Ich glaubean Gott den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmelsund der Erde. Ich glaube an Jesum Christum, seineneinigen Sohn, der geboren wurde und gelitten hat.Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige katholischeKirche, Gemeinschaft der Heiligen, Nachlassung der Sün-den, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben.

Ich widersage dem bösen Feinde, allen seinen Werken,aller seiner Hoffart. Christe Jesu! mit dir bin ich ver-bunden, dir hange ich au, dir allein will ich folgen, dirzu leben, dir zu sterben begehre ich. Im Namen desVaters nnd des Sohnes und des heiligen Geistes! Amen."

Beispiel und Anwendung. Die Erneuerung derTaufgelübde ist eine treffliche Waffe gegen den bösen Feindund ein herrliches Mittel zur Erlangung des Sieges imTugcndkampfe. Wenn sich der böse Feind dem heiligenChrysostomus mit seinen verderblichen Nachstellungenund Versuchungen zu nähern suchte, so erneuerte er seinTaufgelübde und wies so den Versucher jedes Mal siegreichzurück. Die wenigen Worte, deren er sich hiebei bediente,waren:Ich entsage dir, o Satan; ich verachte nnd verab-scheue dich und will an dir keinen Theil mehr haben.Du aber, mein Jesns! sei mein Herr und Meister, wie dumein Erlöser bist; dir hange ich an; dir ergebe ich mich."Durch diese heilsame Hebung wurde er ein Heiliger. Glei-cher Segen wird auch uns zu Theil werden, wenn wir oftdas Andenken an die heilige Taufe feiern und die Erneuer-ung unseres Taufbundes damit verbinden.

Fr. Wann sollen wir die Tanfgelübde erneuern?

Antw. 1) Am Tage unserer ersten heiligen Kom-munion, 2) an jedem Sonntag, 3) ganz besonders aberan unserm Tauf- und Namenstage,r Belehrung und Beispiel. Wir sollen unsere Tanf-'gelübde recht oft erneuern; es soll dieß geschehen beim Em-pfange der heiligen Firmung, wo der heilige Geist in unsereSeele hcrabsteigt, es soll geschehen beim Empfange der hei-ligen Kommunion, bei einer Taushandlnng, oder bei derTaufwasserweihe u. s. f.; ganz besonders aber sollen wir dieTanfgelübe erneuern 1) am Tage unserer ersten hei-ligen Kommunion, weil dieser nach dem Gnadentageder heiligen Taufe der zweite große Gnadentag ist, an demwir also Gott dem Herrn aufs Neue Treue geloben unddem bösen Feinde entsagen sollen; 2) an jedem Sonn-tage, weil sich da der Christ überhaupt geistiger Weise er-neuern soll, und 3) am Tauf- und Namenstage,weil uns diese Tage am Nachdrücklichsten an die in der Taufeempfangenen Gnaden und an die daselbst übernommenenPflichten erinnern müssen. Der Tanftag war schon den al-ten Christen so wichtig, daß sie ihn jährlich auf eine festlicheArt feierten, ihre Tanfgelübde erneuerten, und da-durch, besonders zur Zeit der Verfolgung, ihren Glaubenstärkten. Welche herrliche Wirkungen würde nicht ein solcherfeierlicher Jahrtag auch in den Gemüthern der jetzigen Chri-sten hcrvorbringen! Ohne Zweifel würde bei Vielen der kalteGlaube erwärmt, der gesunkene Eifer gehoben und der ganze

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