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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 19. Mai.

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Fr. Warum wird von Maria der symbolische Aus-druck gebraucht:Du geistliche Rose?"

Antw. Weil Maria unter allen Menschen, unterallen Gerechten, Heiligen und Auserwählteu das ist,was die Rose unter den Blumen. (Sieh das obige Bild!)

Belehrung. Die Rose ist unter allen Blumen diewunderbarste, die schönste, die angenehmste, die Königin derBlumen. Man gebraucht sie unter allen Völkern als dasSinnbild der Unschuld und Tugend. Die Rose entwickeltsich aus einem Strauche, der voll Dornen ist, und selbst dieBlätter dieses Strauches sind rauh und voll feiner Spitzen;die Rose selbst aber, wie zart, wie weich ist sie nicht? Siehat nichts Rauhes, nichts Stechendes von dem Stengel undden Blättern des Strauches angenommen, sie ist ein Wun-der der Allmacht Gottes, und Maria ist das Wunder derGnade Gottes, der sie, obgleich abstammend von Ahnen,die alle mit der gemeinsamen Sünde behaftet waren, den-noch selbst von dieser gemeinsamen Sünde unbefleckt erhielt,unbefleckt auch mitten in einer verdorbenen Welt. Die schönsteBlume ist die Rose durch ihre Farbe, wie die angenehmstedurch ihren Geruch. Die Schönheit ihrer Farbe besteht indem ineinander fließenden Weiß und Roth, und die Schön-heit der Seele Mariens in der Unschuld, Herzensreinheit

Mehler, Hausbuch.

und Liebe zu Gott und dem Nächsten. Mit diesen Eigen-schaften verband sie alle Tugenden, welche vor Gott diereinsten Düfte und besten Gerüche von sich gaben. Sie isteine Rose im geistigen Sinne eine geistliche Rose.Mit Rosen pflegen sich Jungfrauen zu zieren, durch Rosenund deren reinen Saft pflegt man einen guten Geruch zuverbreiten, aus der Rose sammeln die Bienen die feinstenund süßesten Stäubchen. Nun denn, so mache auch du,mein christlicher Leser! Gebrauch von dieser geistigen Rose!Traget sie, so zu sagen, bei euch, ihr christlichen Söhne undTöchter! und bestrebet euch, wie die Rose unter Dornen sichentfaltet, ohne selbst dornig zu sein, daß auch ihr, obgleichaufwachsend unter vielen Acrgernissen und unter einem gro-ßen Verderbnisse der Zeit, doch unverdorben bleibet durchden guten Gebrauch der Gnaden Gottes! Bestreben wir unsAlle, durch die Ausübung der Tugenden auch einen gutenGeruch zu verbreiten, wie der Apostel sagt:Seid ein guterGeruch Christi!" und sangen wir ein, wie die Bienen den Honigder Rose, von Maria, der geistlichen Rose, denHonig der Keuschheit, der Redlichkeit, der Demuth und Ge-rechtigkeit; sammeln wir uns von ihrem Beispiele alle Tu-genden, die uns vor Gott so angenehm machen, wie dieÄose vor den Menschen! Ahmen wir in dieser Beziehungnach den heiligen Papst Cölestinus, dessen Andenken wirheute festlich begehen.

Legende: Der heil. Papst Petrus Cölestinus.(ch 1296.)

Dieser Heilige verbreitete durch seine Tugend undHeiligkeit einen Wohlgeruch vor Gott, wie eine Rose.Von tugendhaften Eltern 1221 in Apulien geboren, ver-rieth er schon in frühester Jugend durch seine Fort-schritte in der Frömmigkeit, sowie in den Wissenschaften,deutlich genug, was einst aus ihm werden würde. Kaumzwanzig Jahre alt, zog er sich in die Einsamkeit zurück;allein bald suchte man ihn auf und nöthigte ihn sogar,in den geistlichen Stand zu treten und in Rom die hei-ligen Weihen zu empfangen. Doch alsbald kehrte erwieder inseine geliebte Einsiedelei zurück, wo sich mehrereJünger um ihn sammelten. Später vereinigte er dieseum sich in einem Kloster, wo er die Regel des heiligenBenedikt nach ihrer ursprünglichen Strenge einführte.Bei aller Strenge gegen sich war er aber stets liebreichgegen Andere. Seine heldenmäßigen Tugenden machtenihn zum Heiligen, und wegen seiner Heiligkeit wähltenihn die zu Perosa versammelten Cardinäle zum Kirchen-oberhaupte. Allein nach fünf Monaten entsagte er zurVerwunderung der Welt seiner Würde und starb in derEinsamkeit i. I. 1296. Sein ganzes Leben hindurchwar er ein treuer Verehrer Mariens gewesen, diesergeistigen Rose, an deren Wohlgeruch er sich gar

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