Am Feierabende des kk). Mai.
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mel, und weil sie innigsten Antheil nimmt an dem Heileunsers Leibes und unserer Seele. Sie ist endlich in derThat auch eine „treue" Jungfrau. Wie treu war sienicht in ihrem ganzen Leben! Nie hat sie die Bahn der Tu-gend verlassen; Nichts war im Stande, sie von ihrer Unschuldund Tugend, von ihrem Vertrauen auf Gott, von der treuenErfüllung des göttlichen Willens abzubringen; sie war treuim Kleinen wie im Großen. Und so steht Maria da alsdie Jungfrau aller Jungfrauen, als das Muster und als dieLiebhaberin aller Jungfrauen, wie uns der heilige Gregorder Große in nachfolgender Erzählung berichtet.
Beispiel und Anwendung. Ein unschuldiges Mäd-chen, mit Namen Musa, an welchem man eine zwar harm-lose, doch nicht selten lärmende Fröhlichkeit zu beobachten ge-wohnt war, hatte mit einem Male ein so ernsthaftes undschweigsames Wesen angenommen, erfüllte dabei ihre kleinenPflichten mit solcher Genauigkeit und benahm sich gegen Je-dermann so sanft und bescheiden, daß diese sehr auffallendeVeränderung nicht minder die Sorge als die Neugierde ihrerEltern und Verwandten weckte. Erst nach vielen Bitten undFragen erhielt man von ihr die Auskunft: „Die Allerseligstc,von einer glänzenden Schaar von Jungfrauenbegleitet, sei ihr erschienen und habe sie gefragt, ob sieLust habe, in diese himmlischen Reihen ausgenommen zu wer-den?" — und nachdem sie eingewilligt, habe sie die Mahn-ung gehört: „Wohlan entsage dem kindischen Leichtsinne; seifromm und bedachtsam, und nach dreißig Tagen werde ichdich aufnehmen." Der Erfolg entsprach auch diesen Aussa-gen des Kindes. Als die dreißig Tage verflossen waren,ward Musa von einem bedenklichen Unwohlsein ergriffen;plötzlich rief sie mit dem Ausdrucke des Jubels: „Ich komme,himmlische Frau! ich komme!" Und gleich darauf verschiedsie und ward in den Himmel ausgenommen unter die Zahlder heiligen Jungfrauen. — O daß doch alle Jünglingeund Jungfrauen mit gleicher Bereitwilligkeit, wie Musa,dem mütterlichen Zurufe Mariens folgen möchten! Gewiß auchsie würden alsdann von Maria, der Jungfrau aller Jung-frauen und der Liebhaberin aller jungfräulichen Seelen, indie Glorie des Himmels ausgenommen werden.
Legende: Der heilige Isidor, Landmann.
(P 1170.)
Ein treuer Diener Gottes und ein frommer Ver-,ehrer Mariens, der göttlichen Mutter und Jungfrau,war der heilige Landmann Isidor, dessen Fest wir heutebegehen. Seine Eltern waren zwar arme, aber frommeLandlente zu Madrid, der Hauptstadt in Spanien, woer um das Jahr 1110 geboren wurde. Sie ließen sichdie gottselige Erziehung ihres Sohnes durch Wort undBeispiel ihre Hauptsorge sein. Isidor wuchs heran in al-ler Unschuld und Frömmigkeit, in Einfalt und Demuthdes Herzens, und trat dann als kräftiger Jüngling indie Dienste eines Edelmannes von Madrid, um dessen
Möhler, Hausbuch.
Felder zu bestellen und blieb in demselben bis an seinheiliges Ende. Er schloß mit einer ebenfalls gottesfürch-tigen Jungfrau, Maria Tnribia mit Namen, ein ehe-liches Bündniß, das Gott mit einem Knaben, der jedochschon frühe starb, segnete, wonach beide fromme Eheleutein strenger Enhaltsamkejt lebten. Täglich wohnte Isidorder heiligen Messe bei, was ihm sein Herr auch gernegestattete, da er Nichts versäumte und seine Arbeitenimmer gesegnet waren. Er wurde zwar von Neidern beidem Herrn verklagt, als vernachlässige er dadurch seineArbeit; allein sein Herr erkannte den Ungrnnd der An-klage, ja, er soll gesehen haben, daß Engel dem gebets-eifrigen Ackersmann bei dem Pfluge behilflich waren.Isidor hielt sich vorzüglich an zwei christliche Grundsätze,deren Befolgung sicher zu einem erfreulichen Ziele füh-ren, nämlich: „Suchet zuerst das Reich Gottes und seineGerechtigkeit, so wird euch das klebrige beigegebcn wer-den!" (Matth. 6, 23.) und: „Jeder arbeite und schaffemit den Händen etwas Gutes, ans daß er habe zu gebenden Dürftigen!" (Eph. 4, 28.) Unbekannt der Welt,führte er ein so stilles, in Christo verborgenes Leben,und entschlief sanft im Herrn i. I. 1770. Auch seineGattin, die fünf Jahre nach ihm starb, wird als Heiligeverehrt.
Gebet. Mit kindlicher Liebe, wie St. Isidor,verehren wir dich, du göttliche Gnadenmntter und Jung-frau Maria; bitte für uns, daß wir dir auch in derTugend und Frömmigkeit Nachfolgen mögen. Amen.
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