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Zweites Hauptstiick. Der Rosenkranz: seine Bedeutung und Entstehung.
Den ersten betet man vom Advent bis zur Fastenzeit,den zweiten in der Fastenzeit und den dritten vonOstern bis wieder zum Advent. Da nun auf diese Weisedie vorzüglichsten Geheimnisse unsers Glaubens wie duftendeRosen in einem Kranze aneinandergcreiht sind, so heißtman diese Gebetweise mit Recht „Rosenkranz". Be-kanntlich besteht eine Rose aus grünen Blättern,stechenden Dornen und einer herrlichen Blume.Diese fehlen denn auch hier nicht; die grünen Blättersind die freudenreichen, die stechenden Dornen sinddie schmerzhaften, die herrlichen Blumen sind dieglorreichen Geheimnisse. Diese grünen Blätter rc. selbstsind durch die eingestreuten Vaterunser und Ave Maria zueinem lieblichen Kranze zusammengeflochten.
Fr. Von wem wurde der Rosenkranz eingeführt?
Anlw. Wie wir den Rosenkranz jetzt haben, wurdeer im 13. Jahrhundert vom heiligen Dominikus ein-geführt. (Sieh das vorhergehende Bild!)
Belehrung und Erzählung. Die Anfänge des Ro-senkranzes gehen in's christliche Alterthum zurück. Wir findendort, daß das Vater unser in einer bestimmten Anzahl wie-derholt wurde, wobei die Einsiedler zum Abzählen sich klei-ner Steinchen oder K örner bedienten. So berichtet z. B. Palladiusvon dem Abte Paulus, derselbe habe dreihundertMal das Gebet des Herrn gesprochen und jedes-mal, um nicht zu irren, ein Steinchen in sei-nen Schooß fallen lassen. Später bediente mansich einer Schnur von Körnern, die man häufig amHalse trug. Diese Weise wurde außer demVater unser bald auch auf den englischenGruß, den man mehr und mehr an jenesGebet auzureihen pflegte, angewendet. So-wie wir aber den Rosenkranz jetzt haben, wurdeer im 13. Jahrhundert vom heiligen Domi-nikus eingeführt. Die Veranlassung warfolgende: In einem großen Theile Spaniensherrschten die Mauren, die sich zum Islambekannten und die Christen hart bedrängten.
In Südfrankreich und einem Theile Italienshauste die Sekte der Albigenser, welche dieMenschwerdung Jesu, den Ehestand, dasPriesterthum und alle heiligen Sakramenteverwarfen und sogar behaupteten, daß dieWelt nicht von Gott, sondern vom Teufel erschaffen wor-den sei. Da diese Jrrlehrer zugleich die Einziehung derKirchengüter predigten, gewannen sie viele Große für sich,
und ihre Lehre griff wie ein verheerender Strom um sich.Diese Bedrängniß der Kirche ging dem heiligen Dominikussehr zu Herzen, und er klagte dem Herrn in großer Weh-muth seine Noth. Da er nun eines Tages wieder in tiefsterBetrübniß auf den Knieen lag und betete, sagte ihm eineinnere Stimme: „Dominikus! willst du die Sünder bekehren,so weise sie an Maria und lehre sie den heiligen Rosen-kranz beten." Der Heilige folgte unverwcilt der inncrnEingebung und ermahnte die Gläubigen, sie sollten ihre Zu-flucht zu Maria nehmen und zu ihrer Ehre den heiligenRosenkranz, den er sie so oft lehrte, beten. Und sieh', dasMittel übertraf alle Erwartung; die Albigenser bekehrten sichin Massen zum katholischen Glauben, und die verhärtetstenSünder thaten Buße. Viele Bischöfe führten darauf dieAndacht in ihren Sprengeln ein, und bald wurde dieselbevon der ganzen Kirche gutgeheißen und den Gläubigen stetsauf alle Weise, sogar durch die Einsetzung eines eigenen Fe-stes empfohlen.
Legende: Der heilige Pankratius, Märtyrer,tt 304.)
Viele Kirchen in Italien, England, Frankreich, Spa-nien und Deutschland tragen den Namen dieses Heiligen,dessen Andenken wir heute feiern. Die Legende erzählt,
daß der heilige Pankratius zu Nom in seinem vier-zehnten Lebensjahre gelitten habe und daselbst i. 1.304,nachdem er Jesum großmüthig bekannt hatte, unter Dio-kletian gemartert worden sei.