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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Zweites Hauptstück. Von der Fürbitte und Hilfe Mariens.

eines Kirchenlehrers. Bei seinen wissenschaftlichen Ar-beiten vergaß er aber niemals auf die Uebungen derAndacht und der Vollkommenheit, und so starb er seligim Herrn um das Jahr 780.

Gebet. Seligste Jungfrau Maria! sei unsereMutter und bitte bei Gott für uns, ans daß wir überunfern irdischen Geschäften auf die Uebungen der An-dacht und Frömmigkeit nicht vergessen und dereinst, wieSt. Johannes Damascenus, selig im Herrn ster-ben mögen. Amen.

Huttdertsiebemmdzwailzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 7. Mai.

Bitt' für uns!»

Von der Fürbitte und Hilfe Mariens.

Fr. Warum rufen wir zu Maria:Bitt' füruns!"?

Antw. Weil wir wissen, daß sie uns eine mächtigeFürbitterin und Helferin ist am Throne Gottes; dennsie kann und will für uns bitten. (Sieh das nach-folgende Bild!)

Fr. Woher wissen wir, daß Maria für uns bittenund uns Helsen kann?

Antw. Wir wissen dieses daher, weil sie Mutter-Gottes ist und als solche Alles bei ihrem göttlichenSohne vermag.

Belehrung. Maria ist Gottes Mutter, wie wirim vorletzten Lesestück gesehen haben; daher vermag sie Al-les bei ihrem göttlichen Sohne.Da die Bitten Mariensdie Bitten einer Mutter sind," sagt der heilige AlphonsLiguori,so sind sie für Jesus gewissenmassen Befehle,weßhalb es auch unmöglich ist, daß, wenn sie bittet, sie un-erhört bleibe." Und schon der heilige Cyrillus schreibt:Ihr wisset, daß Jenen der Zutritt bei Hof gewähret wird,deren die Königin sich annimmt, und daß diese Alles erhal-ten, um was sie bitten. Und so werden wir auch Alles er-langen, was wir wollen, wenn wir die heilige Gottesmutterzu unserer Helferin, Mittlerin und Fürsprecherin haben beimKönige, den sie dringend für uns bittet."

Beispiel und Anwendung. Als der römische Feld-herr Coriolan unschuldiger Weise von seinen Feinden zumTode verurtheilt wurde, rettete er sich heimlich durch Flucht,ging zu den Feinden über, zog mit einer zahlreichen Armeevor die Stadt und ließ ihnen deren gänzliche Verheerung an-kündigen. In größter Angst schickten die Römer eine Ge-sandtschaft nach der andern mit großen Summen Geldes anCoriolan, um Schonung zu erflehen. Allein Alles war frucht-los. Endlich ging seine Mutter zu ihm und bat um Schonung.Kaum hatte sie ausgeredet, so gewährte er ihr Alles. Nochan demselben Tage hob er dieBelagerung auf, und die Stadtwar gerettet. Wenn dieser wilde Heide seiner MutterNichts abschlagen konnte, wie wird denn der liebreichste undheiligste Sohn Gottes seiner zärtlich geliebten Mutter Etwasabschlagen können?Nein!" sagt der heilige Bernhard,es ist seit Menschengedenken nicht erhört worden, daß Der-jenige nicht Erhörung gefunden hätte, welcher die heilige Mut-ter Gottes um ihre Fürbitte andächtig angerufen hat."Zweifle daher nie, mein Christ! an Mariens Macht;sie ist Gottes Mutter; als solche kann sie für unsbitten, als solche kann sie uns helfen.

Fr. Woher wissen wir, daß Maria für uns bit-ten und uns helfen will?

Antw. Wir wissen dieses daher, weil sie auchunsere Mutter ist und als solche gewiß für uns bit-ten und uns helfen will.

Belehrung. Maria will für uns bitten, sie willuns Helsen; sie ist ja eine liebreiche Mutter, eine gü-tige Jungfrau;sie ist ja unsere Mutter," sagtder heilige Bonaventura;kann denn eine Mutter ihrerKinder vergessen?" Vertieft in die Betrachtung der un-aussprechlichen Liebe und Güte, die Maria gegen uns, ihreKinder, an den Tag legt, ruft der schon oft erwähnte heilige