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Am Feierabende des 28. April.
Dienstboten. Sie zeigte diesen, wie sie ihren oft so be-schwerlichen Stand heiligen können, wenn sie die Sündemeiden und in Einfalt des Herzens aus Liebe zu Gottihre Pflichten erfüllen. Sie opferte sich am MorgenGott ganz auf, wohnte, so oft es sein konnte, der heili-gen Messe bei, empfing oftmals die heiligen Sakramenteder Buße und des Altars, mied sorgfältig alle gefähr-lichen Lustbarkeiten, las in freien Stunden gerne in gei-stigen Büchern und lag oft voll glühender Andacht vordem Bilde der seligsten Jungfrau Maria ans ihrenKnieen, um Mariens Schutz und Hilfe zu erflehen unddurch Betrachtung ihrer Tugenden sich zur treuen Nach-ahmung zu ermuthigen. Sie wandelte immer in Got-tes Gegenwart, kam dabei den Befehlen derHerrschaft pünktlich nach, ertrug die Verfolgungen,Leiden und Beschwerden, woran es den Frommen nie-mals fehlt, mit Stillschweigen und Geduld, und übtesehr strenge Bnßwerke. Für die Erhaltung der jungfräu-lichen Reinigkeit überaus besorgt, duldete sie in ihrerGegenwart auch kein ungeziemendes Wort. Ihre Liebezu den Armen und Kranken war so groß, daß sie Alles,was sie sich von der ihr bestimmten Nahrung erübrigte,mit Erlaubniß der Herrschaft unter dieselben vertheilte,ja sogar fast allen Liedlohn ans die Unterstützung derNothleidenden verwendete. Vorzüglich ließ sie sich auchangelegen sein, bei ihren Mitdienstboten Sünden zu ver-hüten oder Verirrte wieder auf den Weg der Tugendzu bringen; und ihre Ermahnungen begleitete ein unge-meiner Segen Gottes. Sie starb nach einer kurzenKrankheit und nach dem Empfange der heiligen Sterb-sakramente sanft und getrost am 27. April 1272, undwurde i. I. 1696 von Innozenz XU. heilig gesprochen.
Gebet. Gib uns, o Gott! wir bitten dich, Gnadeund Stärke, damit wir, wie die heilige Jungfrau Zita,die Himmelskönigin Maria kindlich fromm verehren unddie erhabenen Tugenden derselben treulich nachzuahmensuchen; durch Christum, unfern Herrn. Amen.
Hundertundachtzehntes Lesestiick.
Am Feierabende des 28. April.
„Maria!"
Die erhabene Bedeutung und die Lieblichkeit des heiligen Na-mens Maria.
Fr. Was bezeichnet denn der Name „Maria"?
Antw. Nach den Erklärungen der heiligen Kir-chenväter hat der Name „Maria" vorzüglich folgendedrei Bedeutungen: 1) bedeutet er soviel als „Meer",2) soviel als „Frau", oder „Herrin", und 3) sovielals „Meeresstern".
Belehrung. Nach dem hochheiligen Namen Jesusgibt es auf Erden keinen heiligeren Namen, als den Na-men Maria. „Der erhabene Name Maria, wel-cher der göttlichen Mutter ertheilt wurde," schreibt der heil.Hieronymus, „ward weder auf Erden erfunden, nochvon der Willkür der Menschen gegeben und gewählt, wiedas sonst zu geschehen pflegt,, wenn Jemanden ein Name er-theilt wird. Der Name Maria kam vom Himmel herabund ward der göttlichen Mutter auf Befehl des Herrn er-theilt." — Dieser heilige Name nun trägt folgende drei Be-deutungen in sich: 1) bezeichnet er das „Meer;" „und inWahrheit ist Maria ein Meer zu nennen," sagt der heil.Albertus Magnus, „nämlich ein Meer der Gnaden,die sie von Gott empfangen hat, und die Gott hinwiederumdurch sie an Andere austheilt." — 2) Bedeutet der Name„Maria" soviel als „Frau," „Herrin," „Königin."Maria ist vie Mutter des höchsten Herrn Himmels undder Erde, des Königs aller Könige; darum gebührt ihr mitallem Rechte der Name „Maria," d. h., „Herrin,"„Königin." In dieser Beziehung redet sie der heiligeBonaventura mit folgenden Worten an: „Weil der mäch-tigste Herr mit dir ist, so bist du selbst eine mächtige Herrin,da du durch ihn und bei ihm Alles vermagst." — Endlich3) bedeutet Maria so viel als „ Meeresstern." Wie nun
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