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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Seite
207
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Am Feierabende des 28. März.

Siebemmdachtzigstes Lesestück.

Am Feierabende des 28. März.

Von den vier letzten Dingen.

Fr. Wie werden Tod, Gericht, Himmel undHölle, die wir nunmehr betrachtet haben, in der heili-gen Schrift genannt?

Antw. Sie werdendie vier letzten Dinge"genannt.

Fr. Warum heißen sie die vier letzten Dinge?

Antw. Weil sie den Menschen am Ende seinerirdischen Laufbahn erwarten, oder mit andern Worten,weil unter allen Dingen, die uns Menschen begegnenkönnen, diese die letzten sind.

Fr. Müssen die vier letzten Dinge uns wichtig sein?

Antw. Freilich; denn ihre öftere Betrachtung istuns überaus heilsam und nützlich.

Fr. Jnwieferue ist uns die Betrachtung der vierletzten Dinge so heilsam und nützlich?

Antw. Weil wir dadurch 1)vom Bösen zurück-geschreckt, und 2) zum Guten ermuntert werden.

Belehrung. Wahrlich, Nichts kann uns mehr vond er Sünde zurü ck s chrecken, als das Andenken an dievier letzten Dinge. Daher ruft uns schon der weise Sirach(7, 40.) zu:In allen deinen Werken gedenke an deineletzten Dinge, so wirst du in Ewigkeit nicht sündi-gen." Und der heilige Ambrosius schreibt:Steige oft-mals im Geiste in dein Grab, (denke an Tod und Gericht,an Himmel und Hölle,) damit du deine Augen von der Eitel-keit der Welt abwendest und dich hütest, Gott zu beleidigen."

Beispiel und Anwendung. Wir hatten (so erzähltder heilige Johannes Climakus) im Kloster auf demBerge Horeb einen Bruder, der nach einem lauen und unge-regelten Leben schwer erkrankte und in einen besinnungslosenZustand siel. Als er sich wieder erholt hatte, verschloß ersein Pförtlein und lebte von nun an noch 12 Jahre lang in strengerEinsamkeit und bei ärmlicher Nahrung. (Sieh das obige Bild!)Nach Ablauf dieser Zeit erkrankte er von Neuem. Da ließ er seineThüre öffnen, und die Brüder versammelten sich bei seinemSterbelager und baten ihn, ihnen zum Abschiede einige heil-same Worte zu sagen. Allein der Einsame begnügte sich mitdiesen wenigen Worten:Verzeihet, meine Brüder! Niemand,der des Todes und Gerichtes, der Hölle und des Himmelseingedenk ist, wird jemals im Stande sein, eine Sünde zubegehen!" Ja, so ist es, mein christlicher Leser! Unmöglichkann Derjenige sündigen, der an die vier letzten Dinge

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denkt. So oft dichalso die Welt, dasFleisch oder derTeufel zur Sündereizt, da waffnedich jedesmal mitdem Gedanken anden Tod und dasGericht, an denHim-mel u. an die Hölle,und du wirst vor derSünde zurückbeben,wie vor einer gifti-gen Schlange.

Belehrung. Abernicht nur vomBö-s e n schreckt uns derGedanke an die vierletzten Dinge zurück,sondern er ermuntert uns auch zum Guten. Darumsagt wiederum der heilige Ambrosius:Durch den Gedan-ken an die vier letzten Dinge, durch dieses sehr einfache undleichte Mittel wirst du dir jeden Tag eine unsterbliche Kroneim Himmel erwirken." Wie sehr stärkte sich nicht durch die-ses Andenken der heilige Paulus im heißesten Kampfe!(1. Cor. 9, 27.)

Beispiel und Anwendung. Welch bewunderungs-würdige Fortschritte machte nicht der heilige Hieronymusin der christlichen Tugend und Vollkommenheit! Wodurch?Einzig und allein durch die eifrige Betrachtung der vier letztenDinge. Zu diesem Zwecke hatte er sich ans dem Getümmelder Welt zurückgezogen und in die wildeste Einöde ver-schlossen; viele Jahre wohnte er da unter den Thierendes Waldes und führte ein überaus strenges Leben. Undals man ihn um die Ursache seines strengen Lebens fragte,so antwortete er:Ich tödte mich ab, damit mich einst nichtder Tod tödte; ich richte mich selbst, damit ich einst nicht beimjüngsten Gerichte verurtheilt werde; ich schließe mich ein indiese Höhle, damit ich einst nicht cingeschlossen werde in jenefurchtbare Hölle, wo Heulen und Zähneknirschen sein wird;ich versage mir die Freuden der Welt, damit mir einst nichtversagt werden mögen die Freuden des Himmels." Ahmenach, mein Christ! dieses erhabene Beispiel des heil. Hie-ronymus und betrachte oft die vier letzten Dinge; dadurchwirst du mehr und mehr in der Tugend und christlichen Voll-kommenheit zunehmen und dir eine unsterbliche Krone imHimmel erwerben, wie jener Heilige, dessen Andenken wirheute feiern, und von dem uns soviel Schönes erzählt dieLegende: Der heilige G u n t r am, König vonBurgund, (ch 593.)

Der heilige Guntram war ein Sohn Clotars l.und ein Enkel CH lodwi gs I. und der heiligen Clotild.Im Jahre 561 wurde er als König von Orleans und

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