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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende

ist, gerettet werden; aber wenn man sich denselben zu weitdenkt, verloren gehen." O mein Christ! glaube mir's,wenn du so wandelst, wie die heilige Elisabeth, so hastdu das zuverläßigste Mittel gefunden, den Himmel zu gewinnen.

Fr. Welches ist das zweite Mittel, um den Him-mel zu gewinnen?

Antw. Die geduldige Ertragung der beiden undTriibsale dieses Lebens.

Belehrung. Leiden und Trübsale sind der königlicheWeg zum Himmel; denn wie Christus der Herr nur durchLeiden eingehen wollte in seine Herrlichkeit, so können auchwir nur durch Leiden gelangen zur ewigen Glorie und Herr-lichkeit; nur vom Kalvarienberge aus fährt man auf in denHimmel.

Beispiel und Anwendung. Als einst der heiligeFranz Seraph sehr krank darniederlag, heftige Kopfschmer-zen und dabei große Versuchungen litt, so daß er meinte, esnicht länger ertragen zu können, hörte er eine Stimme, dieihm zurief:Franziskus! Wenn der Erdboden lauter Goldwäre, das ganze Meer ein köstlicher Balsam, alle Berge undHügel lauter Edelsteine; würdest du nicht Alles gerne leiden,wenn du einen solchen Reichthum erobern könntest?" Undder Heilige antwortete:O Herr! ich bin nicht würdig einessolchen Reichthnms." Da entgegnete die Stimme:Wisse,daß das ewige Leben dieser Reichthum sei, welchen ich diraufbewahrt habe, und daß diese Schmerzen, die du jetzt lei-dest, unterdessen das Pfand seien." Von nun an litt derheilige Franziskus alle Schmerzen mit der größtenGeduld. O wer sollte, mein christlicher Leser! nicht gerneAlles leiden, um dadurch die Freuten des Himmels zu ge-winnen? Denn all die Leiden dieses Lebens stehen in garkeinem Vergleiche zu der künftigen Herrlichkeit, die uns imHiminel erwartet.

Fr. Welches ist endlich das dritte Mittel, um dieewige Seligkeit des Himmels zu erreichen?

Antw. Eine heilige Sehnsucht nach der himmlischenHerrlichkeit und ein oftmaliger frommer Aufblick zumHimmel.

Belehrung. Wer sich oft nach der himmlischen Gloriesehnt, und wer oft den Himmel und seine unvergänglichenSchätze betrachtet, der muß einen Eckel an allem Irdischenempfinden und getrost der einstigen Vergeltung entgegensetzen.Sieh die Böglein an," sagt der heilige Augustin;wennsie sich recht hoch in die Lüfte erheben, kann sie der Jägernicht erreichen. So bist auch du, wenn deine Gedanken all-zeit auf den Himmel gerichtet sind, sicher vor der Eitelkeitder Welt." Wer oft nach dem Himmel sich sehnt, wirdauch nach und nach zur Höhe desselben sich erschwinge».

des 24. März.

Beispiel und Anwendung. Die vornehmen Indentrugen, während sie sich in der Babylonischen Gefangenschaft be-fanden, an einem Finger der rechten Hand einen goldenenRing, auf welchem der Name der Stadt- Jerusalem Ange-schnitten war, und wenn sie den Druck der Gefangenschaftrecht tief empfanden, so schauten sie auf den Ring, um sichdurch das Andenken an Jerusalem zu trösten. Auch wir le-ben in einem fremden Lande und unter dein Drucke vielfachenElendes, das mit jedem Tage wechselt. Wenn nun die In-den in ihrem Elende schon darin Trost fanden, daß sie andie Stadt Jerusalem dachten: saget an, meine Christen! werdenwir dann in unfern Leiden und Widerwärtigkeiten einen nichtnoch weit größern Trost finden, wenn wir an das himmlischeJerusalem denken, diese ewige Stadt Gottes, in welcher seineAuserwählten eine Freude genießen werden, die all' unfernBegriff übersteigt und nie endet? Lasset uns daher eine heiligeund heiße Sehnsucht im Herzen tragen nach dem himmlischenJerusalem, damit wir einst darin wohnen und ewig uns er-freuen dürfen in Gesellschaft aller heiligen Engel, an derenSpitze jener heilige Erzengel steht, dessen Fest heute in derKirche gefeiert wird.

Legende: Der heilige Erzengel Gabriel.

Dieieu Heiligen Erzengel finden wir bei den wichtig-sten Rathschstissen Gottes mit dem Menschengeschlechtsbeschäftigt; ihn hatte Gott der Herr zum besonder»Werkzeuge hiebei ansersehen. So erscheint er dem Pro-pheten Daniel und gibt ihm Aufklärung über die gött-lichen Geheimnisse; dem Zacharias erscheint er beimRanchaltar und kündigt ihm die Geburt, die Größe undBestimmung des heiligen Johannes an; der seligstenJungfrau Maria erscheint er und spricht:Gegrüßt seistDu, voll der Gnaden, der Herr ist mit Dir, Du bistgebenedeit unter den Weibern!" Als aber Maria hier-