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Am Feierabende des 23. März.
acht weit über unsre Vorstellungen hinaus; und sofern wires versuchen wollen, den Himmel zu schildern, können wirauch nur das Bruchstück eines Ziegels vorzeigen anstatt desPalastes selbst, und mit dem heiligen Paulus müssen wirausrufen: „Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr gehört undin keines Menschen Herz ist noch je eingedrnugen, was GottDenen bereitet hat, die ihn lieben!"
Fr. Werden die Seligen im Himmel alle in glei-chem Maße glückselig sein?
Antw. Nein; sondern „ein Jeder wird empfairgengemäß seiner Arbeit," d. h. nach seinen Verdiensten.(1. Cor. 3, 8.) „Denn, wer sparsam säet, der wirdauch sparsam ernten, und wer reichlich säet, wird auchreichlich ernten." (2. Cor. 9, 6.)
Belehrung. Sowie der König nach errungenem ^Siege seine treuen Diener verschieden belehnt nachdem Maße ihres Eifers und ihres Verdienstes; ebensowird auch das Maß und der Grad der Seligkeiteines Jeden dort im Himmel verschieden sein nach demMaße der Verdienste. Wie könnte auch ein gleichnach der Taufe gestorbenes Kindlein die nämlicheGlorie im Himmel haben, wie der heil. Stepha-nus, der sich aus Liebe zu Jesus steinigen ließ!
— Dadurch entsteht aber keine Eifersucht oder Miß-gunst unter den Heiligen; denn es herrscht unterihnen die Eintracht der Liebe. „Wenn einVater mehrere Söhne hat," sagt der heilige Franzvon Sales, „und sie alle gleich kleidet, so be-neidet der jüngere den altern nicht, weil er mehrTuch bei seinem Kleide hat, als er; denn er weiß,daß es so sein muß. Ebenso wenig beneidet einHeiliger im Himmel den andern um die größere'
Glorie; sie sind ja Alle selig, und sie Alle wissen,daß ein Jeder genieße, was er verdient hat."
Legende: Der heilige Victorian, Pro-consul zu Karthago und Märtyrer.
(f 484.)
Welch einen hohen Grad der Glorie wirdnicht jener Heilige einnehmen, dessen Fest wirheute feiern, da er so freudig für Christus litt und starb! Esist dieß der heilige Victorian, ein Bürger von Adru-metum, entsprossen aus einer sehr angesehenen Familie.Aus Achtung und besonderer Vorliebe ernannte ihn Hn-nerich, König der Vandalen in Afrika, welcher Arianerwar, zum Befehlshaber von Karthago, mit dem Titeleines Proconsuls. Als er aber erfuhr, daß Victor! anKatholik sei, bot er Alles auf, um ihn zum Abfalle zubewegen. Er ließ ihm melden, daß, wenn er seinen Be-fehlen Folge leisten wollte, und seine Religion annähme,
er ihn als den liebsten seiner Diener anschen und ihnmit Gunstbezeigungen überhäufen werde. Victoriancntgegnete den Abgeordneten großmüthig: „Saget demKönige, daß ich mein ganzes Vertrauen auf Jesnm Chri-stum setze, und er mich also zu den Flammen, den wil-den Thieren oder zu was immer für einer Marter nachBelieben verdammen könne. Niemals werde ich die ka-tholische Kirche verlassen, in deren Schooß ich getauftworden bin. Gäbe es auch kein anderes Leben als dasgegenwärtige, so möchte ich mich doch nicht einer Un-dankbarkeit gegen meinen Gott schuldig machen, den ich zukennen das Glück habe, und der die kostbarsten Gnadenüber mich ausgeschüttet hat." — Eine so unerschrockeneAntwort brachte den Tyrannen in Wuth; und er verur-theilte Victorian zu den grausamsten Peinigungen.Der Heilige litt sie mit Freude und ward würdig, die
Marthrerkrone davon zu tragen und die Freuden desHimmels zu erringen.
Gebet. Wir bitten dich flehentlich, o Herr! laßauch uns so muthig und standhaft kämpfen, wie deinen treuerDiener Victorian, damit wir dereinst, wenn wir un-fern Kampf siegreich gekämpft haben, eingehen können indie ewigen Freuden des Himmels, durch Christum unfernHerrn. Amen.