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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Erstes Hauptstück. Gemeinschaft der Heiligen, und zwar die streitende Kirche.

Alltw. Weil sowohl die Kirche Gottes auf Erdenim. Allgemeinen beständig im Kampfe liegt mit den Kin-dern dieser Welt und den Mächten der Hölle, als auchinsbesondere jedes einzelne Mitglied derselben für seineSeligkeit noch streiten und kämpfen muß gegen das Fleisch,gegen die Welt und gegen den Teufel. (Sieh das vor-hergehende Bild!)

Belehrung. Die Kirche Gottes ans Erden.heißt mihRecht die streitende; denn 1) sie selbst hatte seit ihrerGründung fortan zu kämpfen mit den Kindern dieser Weltund mit den Mächten der Hölle. Wie das Leben des Herrnvon der Krippe bis zum Kreuze eine ununterbrochene Kettevon Verfolgungen und Kämpfen war, so hatte auch die KircheChristi, wie wir schon in der vorausgehenden Lektion gesehenhaben, zu allen Zeiten ihre Feinde, die von Haß gegen dieBraut des Gekreuzigten erglühten und sie gerne vom Erd-boden vertilgt hätten. Kaum war die junge Christengemeindein's Leben getreten, so traten Juden und Heiden, Fürstenund Völker gegen sie auf und wütheten mit Feuer undSchwert, mit Ketten und Banden gegen ihre Anhänger, umden Abfall vom Glauben zu erzwingen. Und als die Ver-folgungen beendigt waren, standen Jrrlehrer im Schooße derKirche auf und entrissen Tausende aus den Armen der KircheGottes. Das war ein heißer Kampf durch alle Jahrhundertevon Arms an bis auf unsre Tage. Müssen wir da nichtmit Recht die Kirche Gottes auf Erden die streitendenennen? Aber auch 2) jedes einzelne Mitglied derKirche hat noch insbesondere für seine Seligkeit zu streitenund zu kämpfen gegen das Fleisch, gegen die Weltund gegen den Teufel. „Beständig hat der Mensch zukämpfen mit diesen drei Feinden," sagt der heilige Johan-nes vom Kreuze. „Die Welt ist der schwächste Feind;der Teufel ist nur schwer zu erkennen; das Fleisch aber istam Hartnäckigsten; seine Anfälle dauern so lange, als deralte Mensch bleibt. Auf daß man jeden dieser Feinde über-winde, ist es nothwendig, mit allen dreien zu kämpfen."Wie wir aber gegen diese Feinde kämpfen müssen, um sie zubesiegen, das zeigt uns am Deutlichsten durch sein Beispieljener große Heilige, von dem uns heute erzählt die

Legende: Der heilig eGregorinS der Große,Papst. (1- 604.)

Auch dieser hatte zu kämpfen gegen die Welt, dasFleisch und den Teufel. Die Welt besiegte er durch Welt-verachtnng, das Fleisch durch strenge Abtödtnng, den Teu-fel durch Gebet und durch festes Anschließen an Gott.Im Jahre 544 zu Rom geboren und schon frühe zumPrätor gewählt, ging er dieser seiner Würde gemäß in

Gold und Seide einher und empfing die größten Ehren.Allein nur zu bald sah er ein, daß er bei diesem Amteden Kampf mit dem oben genannten dreifachen Feindnicht bestehen und also an seiner Seele den größten Scha-den erleiden würde. Deßhalb vertheilte er seine kostbarenKleider und das übrige Hausgeräthe unter die Armennnd legte in dem Kloster, welches er zu Rom in seinemHause errichtet hatte, das Ordenskleid des heiligen Bene-diktas an. Dort führte er ein Leben innerlicher und äußer-licher Abtödtnng, bis er vom Papste Benedikt I. zu einemder sieben Diakonen der römischen Kirche geweiht wurde.Als Diakon wollte er, durch Mitleid bewogen, beim An-

blicke einiger Engländer in Rom, nach Großbritanniengehen, um dort das Evangelium Jesu zu verkünden; wardaber auf Bitten des römischen Volkes nach dreitägigerEntfernung durch Eilboten wieder zurückberufen, undvon demselben sogar nach dem Tode des Papstes zu dessenNachfolger erwählt. Bei den vielen kirchlichen Geschäften,die er alle selbst leitete, predigte er noch sehr oft, undsorgte väterlich für die Armen, die er aus den entlegen-sten Gegenden kannte. In all seinen Schriften und Hand-lungen findet man den reinsten Glauben, eine innige, mitden Wegen Gottes vertrante Liebe und eine Salbungvon Oben, die Alles lehrt und dem Worte erst Lebengibt. Wie er selbst nur immer nach dem Himmlischentrachtete, so ermahnte er auch in seinen Predigten: „Wennihr auch nicht Alles, was ihr in der Welt habt, verlassenkönnt, so behaltet doch wenigstens die zeitlichen Güter nurso, daß ihr dabei nach den ewigen Gütern streben könnet."Nachdem er sich durch seine Tugenden, seine Kenntnisse,durch seine Sanftmuth, verbunden mit Starkmnth inFührung der kirchlichen Angelegenheiten, den Beina-men des Großen nnd zwar mit vollem Rechte erwor-