Am Feierabende des 2. März.
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den heiligen Geist verliehen, auf daß derselbe sieleite und regire.
Belehrung. Christus der Herr hat also, wie wir schonwissen, 1) die Apostel als Vorsteher seiner Kircheaufgestellt, mit den Worten: „Wie mich der Vater gesandthat, so sende ich auch euch" (Joh. 20, 21.) und ihnen dasLehr-, Priester- und Hirtenamt übertragen, d. h. erhat ihnen die Macht und den Befehl gegeben, zu lehren,zu opfern und die heiligen Sakramente auszuspen-den, sowie die Kirche zu regiren. An ihre Spitzehat er alsdann 2) ein sichtbares Oberhaupt gestellt,auf daß die Apostel ihr Amt nur unter seiner Oberleitungverwalten sollten. Damit sie aber alle miteinander diese ihrePflichten treu erfüllen und die ihnen anvertrauten Lehren undGnadenschätze treu bewahren und auch Andern mittheilenkönnten, so hat er ihnen 3) den heiligen Geist gesandt,der sie leiten und regieren sollte.
Beispiel und Anwendung. Herrlich, ja wunderbarist die Einrichtung, die Christus 'seiner Kirche gegeben; (sieh
das nebenstehende Bild!) wer sie näher betrachtet, der muß zurtreuen Anhänglichkeit an dieselbe hingezogen werden; cS wird ihmergehen, wie jenem Engländer in der nachfolgenden Erzäh-lung. Ein katholischer Priester in London wurde von einemder Hochkirche Englands angehörigen Irrgläubigen gefragt:„Was ist denn die katholische Kirche? wie siehtsie denn aus?" und er antwortete: „Gott ist der Grün-der der katholischen Kirche, Gottes Sohn ist ihr Erlöser,Gottes Geist ist ihr Heiligmacher; die seligste Jungfrau istihre Königin, die Engel sind ihre Beschützer, die Heiligenihre Fürbitter; die Patriarchen sind ihr Stamm, die Prophe-ten ihr Orakel, die Apostel ihre Begründung; der Papst istihr Haupt, die Cardinäle sind ihre Räthe, die Bischöfe ihreHirten, die Priester ihre Stimme, die Diakonen ihre Haus-hälter, die Subdiakonen ihre Diener; die Märtyrer sind ihreZeugen, die Lehrer ihr Licht; die Bekenner sind ihre Stär-kung, die religiösen Orden ihre Unterstützung, die heiligenJungfrauen ihre Zierde, die Gläubigen ihre Kinder. — DieTaufe ist ihre Wiege, die Firmung ihre Kraft, das allerhei-ligste Sakrament des Altars ihre Nahrung; die Buße undletzte Oeluug sind ihre Heilmittel, die Priesterweihe ist ihreGerichtsbarkeit, die Ehe ihre Pflanzschule. — Die zehn Ge-bote Gottes sind ihre Mauern, ihre eigenen Gebote ihreWälle; die evangelischen Räthe ihre Außenwerke. — DerLeib unsers Herrn Jesu Christi ist ihr Schatz, die Unfehl-barkeit ihr Kennzeichen, das Evangelium ihr Bürge, die Einig-keit ihr Mittelpunkt, die Allgemeinheit ihr Siegel, die heiligeSchrift ihr Beweis, die Ueberlieferung ihre Festigkeit. —Die Concilien sind ihre Würde, Wahrheit ist ihre Richtschnur,Sanftmuth ihr Geist, Eifer ihre Quelle, Gebet ihr schirmen-der Schild, Geduld ist ihr Sieg. — Der Glaube ist ihrThor, die Hoffnung ihr Weg, die Liebe ihr Ziel, die Gnadeunsers Heilandes ist ihr Reichthum, die Keuschheit ihre Blüte.Gerechtigkeit ist ihre Pracht, Klugheit ihr Auge, Starkmuthihr Arm, Mäßigung ihr Leib. — Die Gerechten sind ihreFreude, Sünde ist ihr Abscheu, die Sünder sind ein Gegen-stand ihres Mitleides. Die Irrgläubigen sind ihr Kummer,die Juden ihre lebendigen Zeugnisse, und die Bekehrung Allerist die Ursache ihres beständigen Seuszens und Betens zu,Gott. Die Ausdauer ihrer Glieder ist ihr Verlangen, dieVerherrlichung Gottes ihr Ruhm. — Die heilige Dreieinig>keit ist der Gegenstand ihrer Anbetung, der geschlachtete Gott-mensch ihr Opfer, die Ceremonien sind ihr Schmuck. — DieErde ist ihre Verbannung, das Kreuz ist ihr Antheil, derHimmel ist ihre Heimat. — Jesus Christus ist ihr Bräuti-gam, seine Gegenwart ihr Ruhm, das Ende der Welt istder Tag ihrer Krönung. Ihr Kampf ist auf Erden, ihreLeiden sind im Fegfeuer, ihr Triumph ist im Himmel." —So sprach voll Begeisterung der katholische Priester, und seinirrgläubiger Zuhörer fühlte sich tief ergriffen von dieser Schil-derung der katholischen Kirche. — Er verlangte alsbald nocheinen umfassenderen Unterricht, und nach wenigen Wochentrat er ein in den Schooß des sichtbaren Gottesreiches aufErden. — O möchten doch alle Un- und Irrgläubigen dieseschöne und wunderbare Einrichtung der Kirche Gottes betrach-ten; gewiß, mit Freuden würden sie in ihre Arme eilen!