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Erstes Hauptstück. Begriff und Gründung der wahren Kirche.
bcn ist!" Nur dann also wird der heilige Geist in uns ein-kehren und verbleiben, wenn wir das Gift der Sündeaus.unserm Herzen entfernen.
Beispiel und Anwendung. Als der Vater des Kai-sers Caligula gestorben war, wurde dessen Leichnam zumScheiterhaufen hinausgetragen, um dort nach römischer Sitteverbrannt und begraben zu werden. Der ganze Leib ver-brannte zur Asche, nur das Herz nicht, an welches das Feuernicht ansetzen wollte. Da wurden die Leibärzte berufen; diesefanden bald, daß dieses Herz eine gewisse Gattung von Giftenthielt, welches dem Feuer widerstand. Man nahm diesesheraus, und sogleich ging auch das Herz, wie der übrige Leib,in Asche über. Hat es denn zuvor an der Kraft und Stärkedes Feuers gemangelt? O nein, sondern an der geeignetenBeschaffenheit des Herzens. Wehe uns also, wenn uns dieGlut des heiligen Geistes nicht ergreift, wenn das Gift derSünde seine Wirksamkeit hemmt und hindert; wir sind selbstSchuld daran! — Entfernen müssen wir also das Gift derSünde; hüten müssen wir uns, daß wir den Tempel desheiligen Geistes in uns nicht entheiligen; denn „sonst würdeuns Gott zu Grunde richten," sagt der heilige Paulus (1. Cor.3, 17.); alle Tage sollen wir, wie St. Aloysius, denheiligen Geist um Gnade und Erleuchtung anflehcn, undGottes Geist wird alsbald seine Wohnung in unserm Herzenaufschlagen und mit Lust darin wohnen.
Legende: Der heilige Oswald, Erzbischofvon Jork, (ff 992.)
Die Früchte des heiligen Geistes, als da sind: Liebemd Freude, Friede und Geduld, Milde und Güte, Lang-unth und Sauftmuth, Treue und Mäßigkeit, Enthalt-ämkcit und Keuschheit — sie alle finden wir in dem-eiligen Erzbischof Osw ald, dessen gefeierter Name uns
heute in der Legende begegnet, vollkommen vereinigt. Erwar ein Neffe des heiligen Odo, Erzbischofs von Can-tcrburh, der den Knaben aufs Sorgfältigste erzog. Schoni. I. 972 ward Oswald Erzbischof von Jork, als wel-cher er allenthalben Tugend und Wissenschaften zu ver-breiten suchte; überall leuchtete er durch sein erhabenesBeispiel voran. Voll tiefer Demuth Pflegte er oft denArmen die Füsse zu waschen; als er nun einmal nachvollendetem heiligen Meßopfer eben dieser frommen Ue-bung oblag, gab er seinen Geist auf um d. I. 992.
Gebet. Laß uns genießen, göttlicher heiliger Geist!deine beseligenden Früchte, auf daß Friede und Freude,Liebe und Milde, Laugmuth und Geduld, Güte undSauftmuth, Treue und Mäßigkeit, Enthaltsamkeit undKeuschheit in uns wohne, damit wir heilig leben undselig sterben können, wie dein treuer Diener Oswald.Durch Christum unfern Herrn. Amen.
Sechzigstes Lesestück.
Am Feierabende des 1. März.
Neunter 'Glaubensartikel:
„Ich glaube eiueheiligekatholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen."
Begriff und Gründung der wahren Kirche.
Fr. Warum folgt die Lehre von der Kirche unmit-telbar nach der Lehre vom heiligen Geiste?
Antw. Weil der heilige Geist ganz besonders inder Kirche seine Wirksamkeit entfaltet.
Belehrung. „Der heilige Geist ist die Seele der Kirche,"schreibt der heilige Augustin; „er thut in der ganzen Kirche,was die Seele in allen Gliedern eines Leibes thut. Es istdaher billig, daß man dem heiligen Geiste, ja dem Geheim-nisse der heiligsten Dreifaltigkeit überhaupt, die Kirche bei-füge, sowie dem Bewohner sein Haus, Gott seinen Tempel,dem Erbauer seine Stadt."
Fr. Was ist die Kirche?
Antw. Die Kirche ist die Gemeinde aller Christenans Erden, die durch das Bekenntniß desselben Glaubensund durch die Theilnahme an denselben Sakramenten ver-einigt sind unter Einem gemeinsamen Oberhaupte (demPapste als dem Nachfolger des heiligen Petrus) und denihm untergeordneten Bischöfen (als Nachfolgern der übri-gen Apostel).
Belehrung. Das Wort Kirche, welches ursprünglichvom Griechischen Kyriakon abgeleitet ist und zu deutsch heißt„Haus des Herrn," bezeichnet hier nicht bloß ein Got-teshaus, einen Teuchel von Stein, ein aus Manerwerk oder