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Am Feierabende des 12. Februar.
2 ) die Abscheulichkcit der Sünde; denn wir sehen da,wie sehr Gott die Sünde verabscheut, da um ihretwillen seineingeborner Sohn am Stamme des heiligen Kreuzes sterbenmußte. 3) DaS Leiden und Sterben Jesu predigt uns endlichauch noch die Pflicht der Geduld und ermahnt uns,unser Kreuz um so geduldiger zu tragen. DemJiinger soll und darf es nicht besser gehen, als dem Meister.Wr sollen daher gerne für Jesus und mit Jesus leiden; dennwas sind all unsere Leiden im Vergleich zu den namenlosenSchmerzen und Qualen des göttlichen Heilandes?
Beispiele und Anwendung. Nur unaussprechliche Liebewar es, die den göttlichen Heiland bestimmen konnte, soVieles und so Schreckliches zu leiden. >— Als einst die hei-lige Angela von Foligni vor dem Bildnisse des Gekreu-zigten voll heiliger Andacht und tiefer Wehmuth kniete undim Gefühle des innigsten Mitleids ausrief: „ O Herr! waskonnte dich doch bestimmen, so Vieles und so Schweres zuleiden?" so antwortete ihr der göttliche Heiland vom Kreuzeherab: „Angela! betrachte mich, wie ich am Kreuze hange!Siehe meinen schwer verwundeten Leib; dringe ein in meinInneres und durchforsche mein Herz! Was wirst du daselbstentdecken?Liebe —Nichts, als Liebe!" —Abernichtnurdie Liebe, sondern auch unsereSünden veranlagten den göttli-chen Heiland, so Vieles zu leiden.
Gott mußte um der Sünde willensterben; wie abscheulich, wie straf-würdig muß sie also in den AugenGottes sein! In die Betrachtungdieser Wahrheit vertieft ruft derheilige Bernhard aus: „ Ich habekeinen andern Beweis nöthig, zuerkennen, welch ein Nebel dieSünde sei. Ich erkenne genug-sam aus der Größe der Arznei dieGröße meiner Wunde; und da dasHeilmittel so kostbar war, so seheich deutlich ein, wie gefährlich undschwer meine Krankheit gewesen ist.
Gott also — und dieses betrachtet,meine Christen! mit einem ernstli-chen Blicke — Gott selbst, der hei-lige und unschuldige Gott hat iuseiner Menschheit leiden wollen fürdiese Sünden, die wir so geringachten, für die Lüste, die wir unsso leicht gestatten; Gott selbst hatsich zum Tode, zum schmählichstenKreuzestode hingeben wollen!" —
Sollen und können wir da, meine Christen! noch ferner dieSünde lieben? O nein, Herr Jesus, der du für unsere Sün-den am Kreuze gestorben bist! wir geloben es dir: KeineSünde soll von uns mehr begangen werden; gib uns nurdeine Gnade dazu!
Legende: Die heilige Eulalia, Jungfrau undMärtyrin, (f 304.)
Die berühmte heilige Jungfrau Eulalia, derenAndenken auf den heutigen Tag fällt, ist begraben inMerida, wo sie auch geboren war. Sie wußte es nurzu gut, daß Jesus unserer Sünden wegen sterben mußte;daher ging sie lieber zum Martcrtode, als daß sie eineSünde beging und ihren Glauben verläugnete. Sie standkaum in einem Alter von zwölf Jahren, als sie mit läch-elnder Miene auf den Scheiterhaufen stieg, um ihre Lei-den zu vollenden. Nie nahm sie an den L-pielen ihrerjugendlichen Genossinen Theil, nie schmückten edle Steineihre Arme, nie schmiegte sich ein goldenes Band umihren Hals, nie hatten verweltliche Rosen ihre Haaregeschmückt; sie war voll Sanftmuth und Erhabenheit,und Weisheit eines Greises thronte unter ihren blondenHaaren. Als unter den Kaisern Diokletian und Maxi-minus die Verfolgung gegen die Diener Gottes ausbrach,als man die Christen zwang, vor den Götzen die Weih-ranchfässer zu schwingen, da fühlte Eulalia ihr Herzschlagen und pochen. Mit heiligem Eifer verlangte sienach dem heiligen Kampfe; doch ihre Mutter wachte übersie, sie verbarg sie im Innersten ihres Landhauses, umsie den Thieren des Amphitheaters zu entreißen. Allein
Eulalia begehrte nach dem Martertode, und jeder Auf-schub schien ihr unerträglich. In einer Nacht, als Allesschlief, erhob sie sich heimlich von ihrem Lager, öffnetedie Thüre und entfloh durch eine geheime Treppe. Dor-nen und Baumwurzeln zerrissen den Fuß des Kindes; doch