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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Erstes Hauptstück. Und an Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, unfern Herrn.

Häuser, und die Kraft dieses.heiligen Namens wendete allesUnglück gnädig ab. — Schreibe auch du, o Christ! diesenheiligen Namen über die Thüre deines Herzens, und es wirddir Nichts zum Verderben gereichen. „Drücke dich ein, oheiliger Name," also bete mit dem heiligen Franz vonSales, „drücke dich ein und sei die Überschrift unserer Seelen,damit selbe durch dich des ewigen Heiles würdig werden!" Amen.

Fr. Was heißt „Christus"?

Antw. Christus oder Messias heißt soviel als„der Gesalbte".

Fr. Warum wird der Erlöser „Christus oder derGesalbte" genannt?

Antw. Weil er zum Hohenpriester, Propheten undKönig gesalbt war; denn „Gott hat ihn gesalbtmit dem heiligen Geiste und mit Kraft." (Apo-stelg. 10, 38.)

Belehrung. Im alten Testamente wurden die Könige,Priester und Propheten gesalbt, um ihnen dadurch gleichsamein göttliches Ansehen zu geben. Diese Salbung geschah mitOel, und man nannte alle Diejenigen, an welchen dieselbevorgenommen worden war, Gesalbte des Herrn. Jesus ver-einigte nun in Wirklichkeit und Wahrheit in sich jene drei-fache Würde eines Hohenpriesters („nach der OrdnungMelchisedechs" Hebr. 7, 15.), eines Königs und einesPropheten. Ja, Jesus ist 1) unser Priester, weiler sich selbst am Kreuze für uns geopfert hat, und täglichauf dem Altäre opfert, auch ewig im Himmel unser Mittlerund Fürsprecher ist; 2) unser höchster Prophet, weiler uns die Geheimnisse Gottes offenbarte und uns Alles lehrte,was wir glauben, hoffen und thun sollen, um selig zu werden;3) unser König, weil er ein geistliches Reich (die Kirche)stiftete, dessen Oberhaupt er ist und ewig sein wird; unddarum heißt er mit Recht der Gesalbte (auf Griechisch„Christus," auf Hebräisch „Messias").

Beispiel und Anwendung. Philipp III., König vonSpanien, lag auf dem Sterbebette. Zu den Schmerzen seinerKrankheit gesellten sich auch die fürchterlichsten Seelenqualen.In der Angst seines Herzens ließ er seinen Beichtvater PaterFlorencia kommen und klagte ihm seine körperlichen und gei-stigen Leiden. Da hielt ihm der ehrwürdige Pater das Kruzifixentgegen und sprach voll Würde und Nachdruck: „König! dahabt ihr Euern Gott und Erlöser. Sehet! der ist der Ge-salbte des Herrn; Er ist es, den Gott selbst ge-salbt hat mit dem Oele der Freude (Psalm 44, 8.);und dieses heilige Oel der Freude, des Trostes, der Stärke unddes Heiles fließt vom Haupte des Gesalbten auf jede gläubigeSeele herab, und bringt Trost den Betrübten, Stärke denSchwachen, Ruhe den Geplagten, Freude den Niedergebeugten,Linderung den Leidenden, Erquickung den Matten, Heilung

den Kranken, Muth und Kraft den Sterbenden. Auf Ihnallein vertrauet, und Ihr werdet Linderung in Euern Schmer-zen und Ruhe für Euere Seele finden!" — Voll kindlichenGlaubens, voll heiligen Vertrauens ergriff der sterbende Königdas Kruzifix, küßte es tausendmal und drückte es unaufhörlichan -sein Herz, welches sichtbar von innerem Tröste und wun-derbarer Ruhe erfüllt wurde. Man hörte aus seinem Mundekein anderes Wort, als nur: „O mein Erlöser! o Chri-stus! o Gesalbter des Herrn!" — Auch auf dich, ochristliche Seele! fließt dieses heilige Oel der Freude und desTrostes vom Haupte des Gesalbten herab. Nimm daher zuChristus in Leiden und Trübsalen deine Zuflucht, fange diesesheilige Oel auf, und es wird deine Seele dadurch gestärkt undgesalbt werden zum ewigen Leben!

Legende: Die heilige Martina, Jungfrauund Märtyrin, (si um 228.)

Durch Anrufung des hochheiligen NamensJesu stärkte sich die heilige Jungfrau und MärtyrinMartina, deren Fest auf den heutigen Tag fällt, beiden grausamsten Martern und Qualen, die sie um deschristlichen Glaubens willen erdulden mußte. Sie stammteaus einer edlen Familie Roms. Ausgezeichnet durchSchönheit und Reichthum, beschloß sie, aus Liebe zu Jesusein armes und verachtetes Leben zu führen. Sie ver-theilte ihr väterliches Erbe unter die Armen, und nahmden Schleier einer gottgeweihteu Jungfrau. Unter demKaiser Alexander Severus ward sie als Christin angeklagt,und unter Schmeicheleien und Drohungen aufgefordert,ihrem Glauben abzusagen und den heidnischen Götternzu opfern. Diese Zumuthung wies sie mit Abscheu zu-rück. Darum wurden alle erdenklichen Qualen der grau-samsten Schläge und Zerfleischung, der wilden Thiere unddes Feuers an ihr versucht; sie aber blieb standhaft. Ihre