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Erstes Hauptstück. Vom apostolischen Glaubensbekenutniß.
unserer Erlösung bekannt; der dritte Theil endlich, der dieübrigen sechs Artikel enthält, unterrichtet uns über den hei-ligen Geist und über die von ihm geleiteteKirche. Durch den ersten Theil unterscheiden wir unsvon den Heiden, die mehrere Götter verehren; durch denzweiten von den Juden, die nicht an Christus glauben,und durch den dritten von den Jrrglä ubigen, die nichtan die von Christus gestiftete und vom heiligen Geiste ge-leitete Kirche glauben. So enthält also das apostolische Glau-bensbekenntniß in Kürze Alles, was ein katholischer Christglauben und wissen muß.
Fr. Was folgt hieraus?
AntW. Hieraus folgt, daß wir das apostolischeGlaubensbekenutniß 1) recht lernen und verstehenund 2) öfters fleißig beten sollen.
Belehrung. Vor Allem sollst du, mein Christ! dasapostolische Glaubensbekenntmß recht lernen und verste-hen. Die Kirche fordert dies ausdrücklich, wie wir aus dendeutlichen Befehlen des Conciliums zu Trient ersehen, undder heilige Papst Leo schreibt: „Es ist ein Gebot Gottes,
daß jeder Christ, sowohl männlichen als weiblichen Geschlech-tes, das Glaubensbekenutniß wisse, indem es ein kurzer In-begriff derjenigen Wahrheiten ist, die man wissen muß." Welcheine Verantwortung, welch eine schwere Sünde ist es sonach,wenn Eltern aus Lauheit oder Gleichgiltigkeit es verabsäumen,ihren Kindern schon frühzeitig das apostolische Glaubensbe-kenntniß zu lehren! Welch eine Schmach, wenn selbst Er-wachsene nicht einmal das apostolische Glaubensbekenutnißhersagen können, oder den Sinn und Inhalt desselben nichtverstehen! — Es ist aber auch das noch nicht genug, wenndu, mein Christ! das „Glaube an Gott Vater" gelernt hastund verstehst, o nein; du mußt es auch öfters fleißigbeten; es soll dir gleichsam ein Spiegel sein, in dem dudich fleißig beschauest. Daher schreibt gar liebreich der hei-lige Augustin: „O lernet dieses Shmbolum, und habt ihres gelernt, so schreibt es euch in eure Herzen und sprechetes täglich bei euch selbst, besonders am Abende, bevor ihrschlafet, und am frühen Morgen, da ihr aufstehct, damit ihr-es nie mehr vergesset. Saget nicht: Ich habe es gestern ge-betet, ich habe es heute gebetet, ich best es ohnehin täglichund behalte es gut. Frische auf deinen Glauben und sichnach dir! Dein Glaubensbekenutniß soll dir fortan als Spie-gel dienen! Darin sollst du dich beschauen, ob du Alles vomHerzen glaubest, was du mit dem Munde bekennest, und obdeine Werke mit dem Glauben übereinstimmen." — O Christ!wie nützlich, wie heilsam wäre es, täglich vor diesem Spiegel
nur eine Viertelstunde zu sitzen! Gewiß nützlicher und heilsamer,als vor andern Spiegeln Stunden und Tage zu verbringen.Jüngling! Jungfrau! diese Spiegel geben nur dein Aeußereswieder, blenden und trügen dich oft, und zeigen dir eine Schön-heit, ob welcher du gerade vor den Augen Gottes in der häß-lichsten Gestalt erscheinst. In dem Spiegel des Glaubens hinge-gen erblickest du, fast wie Gott, das Innerste deines Herzens.
Beispiel und Anwendung. Wahrlich, es gibt keinebessere Waffe, keinen bessern Schild, mit dem wir den feurigenPfeilen des bösen Feindes widerstehen können, als das apo-stolische Glaubensbekenutniß. Diesen Schild haben auch die Hei-ligen in den Versuchungen ergriffen, und sind stets siegreich ausdem Kampfe hervorgegangen. Die Schwester des heiligenAmbrosius litt in ihrer Seele häufig an heftigen Versuchun-gen und mancherlei ängstlichen Scrupeln. Da schrieb ihr derHeilige, sie sollte gegen alle diese Anfechtungen der Welt unddes bösen Feindes den Schild des apostolischen Glaubensbe-kenntnisses ergreifen, durch ihn würde sie gewiß recht siegreich sein.Darum, mein Christ! mache mit dem bösen Feinde, wenn er dichversucht, diesen oder jenen Glaubensartikel in Zweifel zu ziehen,nicht viele Worte, sondern sage sogleich: „Ich glaube; ichglaube Alles, was mir der Glaube verstellt; ich glaube, ichglaube." Und das wird hinreichen, den Teufel zu überwinden.
Legende: Der heilige Felix von Nola, Prie-ster und Bekenner (um das Jahr 256).
Auch in der Legende begegnet uns heute wiederumein treuer Bekenner seines heiligen Glaubens: Der hei-lige Felix von Nola. Er war der Sohn wohlhaben-der Eltern zu Nola in Campanien. Sobald der Todihm seinen Vater entrissen hatte, vertheilte er den größtenTheil seiner Güter unter die Armen und trat in denDienst der Kirche. Der greise Bischof Maximusweihte ihn zum Priester und liebte ihn wegen seinerUnschuld und Frömmigkeit wie seinen Sohn. Als aberim Jahre 250 die Christenverfolgung unter Kaiser Deciusausbrach, mußte sich der ehrwürdige Bischof Maximusflüchten. Felix aber, der die Kirche von Nola währendder Abwesenheit des Oberhirten leitete, wurde gefangengesetzt und unter mannigfaltigen Martern gezwungen, denGöttern zu opfern; allein Felix bekannte unerschütter-lich treu seinen heiligen Glauben. Da erschien ihm inMitte der Nacht im Gefängnisse ein Engel und lud ihnein, ihm zu folgen. Sogleich lösten sich die Fesseln vonseinen Händen und seinem Nacken, die Thüren öffnetensich und Felix schritt ohne alles Hinderniß hinaus undkam auf unbekannten Wegen gerade an den Platz, woder heilige Greis Maximus lag, dem Tode nahe.Felix erkannte ihn sogleich und bedeckte ihn mit Küssen.Doch er fand ihn kalt und lautlos; schwach schon warsein Athem. Er hatte nun nichts Eiligeres zu thun,als ihm einige Nahrung zu reichen; er sucht, er betet —und endlich sieht er über seinem Haupte eine Wein-traube hangen. Er nahm sie und träufelte den Saftin den Mund des sterbenden Greises. Dieser kam all-