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Erstes Hanptstück. Vom apostolischen Glaubensbekenntnis.
empfinden nur so Wenige die Kraft des heiligen Kreuzes?"fragt der heilige Rupert» und er antwortet: „Weil sic zwardas Kreuz an der Stirne, aber den Gekreuzigten nicht im Herzentragen; denn man muß das heilige Kreuz nicht nur mit dem Dau-men äußerlich, sondern auch mit innigem Glauben im Herzen for-men." — Und so präge dir denn diese schöne und wichtigeLehre vom heiligen Kreuzzeichen tief in's Herz ein, Katholik!Schäme dich desselben nie, auch nicht vor Andersgläubigen,nicht vor Neligionsspöttern, nicht vor den großen Geisternunsrer Tage, denen das Kreuz Aergcrniß oder Thorheit ist,sondern rufe mit dem heiligen Paulus (Gal. 6, 14.) aus:„ Es sei ferne von mir, mich zu rühmen, außer in dem Kreuzeunsers Herrn Jesu Christi!" und gar bald wirst du die wun-derbare Kraft des Kreuzes in dir fühlen.
Legende: Der heilige Hilarius, Bischof undKirchenlehrer, (f 368.)
Der heilige Hilarius wurde am Anfänge des 4.Jahrhunderts zu Poitiers in Frankreich von vornehmenheidnischen Eltern geboren. Schon war er verheirathet,als er durch das Forschen in den Schriften der Christenzur wahren Wissenschaft und zur Erkenntniß des Heilesgelangte, und alsbald ließ er sich nun mit seiner Frauund Tochter taufen. Von da an schämte er sich desKreuzes Christi nicht mehr; o nein, er ward vielmehrein treuer Bekenner desselben, so daß er mit dem hei-ligen Paulus sprechen konnte: „Es sei ferne von mir,mich zu rühmen, außer in dem Kreuze unsers HerrnJesu Christi." Wie sehr er sein Leben nach den Vor-schriften des Evangeliums einrichtete, geht schon daraushervor, daß er im Jahre 353 von der Geistlichkeit unddem Volke zum Bischöfe seiner Vaterstadt gewählt wurde.Nun trennte er sich von seiner Frau und lebte nach denVorschriften der Kirche in tadelloser Enthaltsamkeit. Erentsprach allen Anforderungen seines hohen Amtes mit
größter Treue, bezog all sein Thun und Lassen auf Gott,widmete bestimmte Stunden des Tages dem Gebete undder Betrachtung, vertheidigte die Wahrheit durch gründ-liche Schriften und war bereit, für den wahren GlaubenAlles zu leiden. An Gelegenheit hiezu fehlte es nicht.Die Arianer, diese Läugner der Gottheit Jesu, beschütztvom Kaiser, brachten es dahin, daß Hilarius im Jahre356 nach Phrhgien in die Verbannung wandern mußte.Als nach vier Jahren der verbannte Bischof in seinenSprengel zurückkehrte, wurde er von den Seinigen mitder größten Freude empfangen und arbeitete mit neuemEifer an der Heiligung seiner Untergebenen und ihrerBestärkung im Glauben, bis er am 13. Jänner 368 denTod der Gerechten starb. Gott gab den Heldentugendenseines treuen Dieners durch viele Wunder Zeugniß.
Gebet. Verleihe uns, o Gott! auf die Fürbittedes heiligen Bischofs und Kirchenlehrers Hilarius, daßwir uns nur im Kreuze deines göttlichen Sohnes rühmen.Durch ebendenselben, unfern Herrn. Amen.
Vierzehntes Lesestück.
Am Feierabende des 14. Januar.
Vom apostolischen Glaubensbekenntnis^.
Fr. Wodurch bekennt der katholische Christ außer-dem heiligen Kreuzzeichen noch weiter seinen Glauben?
AntW. Durch das apostolische Glaubensbe-kenntniß, welches lautet: „Ich glaube an Gott denVater" rc.
Belehrung. Von jeher wurde in der Kirche das apo-stolische Glaubensbekenntniß als ein Kennzeichen der Recht-gläubigen betrachtet; durch dasselbe mußte sich ebenso, wiedurch das heilige Kreuzzeichen, der Katholik als solchen zu er-kennen geben. „Dieses Bekenntniß," sagt Tertullian,war das heimliche Wort und Merkzeichen der Rechtgläubigen;"daher wurde es auch lange Zeit nur mündlich, nicht schriftlichaufbewahrt. Was dem Soldaten in Friedens- und Kriegs-zeiten die Parole, das war besonders in den Zeiten derVerfolgung das Glaubensbekenntniß der Christen, um sich ein-ander zu erkennen. Wollte ein Fremder in ihre Versamm-lung, in ihren Gottesdienst, so wurde er an der Thüre an-gehalten, und der Thürhüter sprach zu ihm: „Sag mir dasZeichen, sprich mir das Wort!" Wollte nun der Unbekannteeingelassen werden, so mußte er die zwölf Glaubensartikel an-geben; konnte er dieses nicht, so wurde er abgewiesen. Wennjetzt noch so strenge verfahren würde, liebe Christen! würdeda wohl nicht Mancher am Eingänge der Kirche abgewiesenwerden? Denn eher dürfte man von gar Manchem jetzt dieErzählung einer beliebten Novelle oder eines neuen Romans