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Christkatholisches Haus- u. Familienbuch in Wort u. Bild
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Am Feierabende des 2. Januar.

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jedem Stande können wir heilig und selig werden, wenn wirnur ernstlich wollen. So war der heilige Isidor einBauer in Spanien. Er wohnte fleißig dem heiligen Meßopfer bei,betete Tag und Nacht, thcilte reichliche Almosen aus, undmachte, daß Alle in seiner Familie tugendhaft waren. Derheilige Homobonns war ein Handelsmann zu Cremona;er machte an Sonntagen niemals Geschäfte, sondern hielt seinenLaden geschlossen, und empfing regelmässig die heiligen Sa-kramente; er wurde ein Heiliger, weil er sich dafür bemühte;wir hingegen stürzen uns in die Berdammniß, weil wir eswollen. Die heilige Blandina war eine arme Dienstmagd,die ihrer Sanftmuth, ihrer Sittsamkeit und seltenen Eigen-schaften wegen von ihrer Herrschaft geliebt wurde: man sahsie an Sonntagen niemals beim Tanze, niemals an öffent-lichen Orten, sondern während andere Mädchen sich mit ihremSchmucke beschäftigten, und ihr leichtfertiges Leben zur Schaustellten, ging sie an einen einsamen Ort, um zu beten, undbereitete sich vor, ihren Gott zu empfangen. Ja, in jedemStande können wir heilig werden, wenn wir nur wollen.So ist der heilige Ludwig, König von Frankreich, mittenunter den Geschäften und Sorgen eines großen Reiches heiliggeworden; denn er vernachlässigte keine seiner christlichen undköniglichen Pflichten; er wußte Festigkeit mit Güte, die Religions-übungen mit den Pflichten des Hofes zu verbinden; alle Tagebetete er die Tagzeiten der heiligen Jungfrau, und empfingoft die heiligen Sakramente; immer gab er seinem Gewissenden Vorzug; er ging niemals in's Theater oder auf Bälle;er erkannte diese Orte als gefährlich für die Unschuld der Sit-ten. Auch der heilige Mauritius wurde, obschon erOberster einer Legion und immer im Felde war, ein Heiligeru. s. f. Wenn es diese und tausend Andere konnten, warumsolltest nicht auch du heilig und selig werden können?

Fr. Wie hilft uns Gott zur Erreichung unsererBestimmung, und was müssen wir hiebei thun?

Antw. Damit wir ihn erkennen und lieben,hat Gott sich uns in seiner unendlichen Liebe geoffen-°bart; er hat zu uns geredet. Wir sollen daherauch oft zu Ihm reden im frommen Gebete und Ihnbitten, daß er uns erleuchte, ans daß wir Ihn erken-nen und lieben lernen. Damit wir Ihm aberdienen und dadurch heilig und selig werden kön-nen, so verleiht er uns seine Gnade und stärkt uns durchdie Gnadenmittel, die heiligen Sakramente. Wir müs-sen daher diese Gnadennnd Gnadenmittel treu-lich gebrauchen und durch dieselben gestärkt, dem Herrnreu dienen durch getreue Beobachtung der gött-lichen Gebote. > Dieses sind nun auch die vierHauptstückc, mit deren Erklärung sich die ganze katho-lische Lehre beschäftigt. Es sind dieß die vier Fragen:

I. Wie hat Gott der Herr zu uns geredet?

(Erstes Hanptstück: Lehre von der Offenbarungund vom Glauben.)

II. Wie sollen wir zu Gott reden? (ZweitesHauptstück: Lehre vom Gebete.)

III. Was hat Gott zu unserer Heiligung und Be-seligung gcthan, und was thut er noch?

(Drittes Hauptstück: Lehre von der Gnade undden heiligen Sakramenten.)

IV. Was müssen Wir thun? (Viertes Hauptstück:Lehre von den Geboten.)

Legende: St. Makarius von Alexandrien,Einsiedler (ff 397).

Wie wir mit Gottes HilfeunsereBestimmung erreichen,heilig und selig werden kön-nen, das ersehen wir am Beß-ten ans der Lebensgeschichte' des heiligen Makari ns,des-sen Fest heute die Kirche feiert.St. Makarius wurdezu Alexandrien geboren undstammte ans einer wenig be-mittelten, aber sehr gottes-fürchtigen Familie. Gott zudienen und dadurch heilig undselig zu werden das warsein einziges Streben auftEr-den. Deßhalb verließ er dieWelt und begab sich in dieWüste. Da nun wirkte er-sein Heil unter den streng-" steu Abtödtungen und unter, beständigem Gebete. Als sichder Ruf von seiner Heiligkeit^weithin verbreitet hatte, be-rief ihn der Patriarch von Alexandrien und weihte ihnzum Priester, damit er auch Zsst-P^rn den Weg zur Tu-gend und zum Himmel zeige. Und mit welchen: Eifer,mit welcher Liebe kam er diesem seinen erhabenen Be-rufe nach! Tausende lehrte er durch Wort und Beispiel,wie man Gott erkennen, lieben, ihm dienen und ewigselig werden könne. Nach einer reichen Aussaat für dasHimmelreich entschlief er selig im Herrn im 99.Jahre seines Lebens, im Jahre 397 Christ! willstauch du so selig sterben, so fliehe die Welt und dieneGott dem Herrn, wie St. Makarius.

Gebet. Erleuchte uns, o Herr! damit wir erkennen,daß uns auf Erden nur Eines nothwendig sei, nämlich dirzu dienen und so ewig selig zu werden, und verleihe unsdurch die Fürbitte des heiligen Makarius Kraft und Stärke,auf daß wir dieses Eine Nothwendige mit heiligem Eifersuchen mögen. Durch Christum unfern Herrn. Amen.- 2 *

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