341
I
Wcrschowetz (beugt das Knie vor ihm).
Heil dir, Herzog von Böheim, Primislaus!
Der Boten Ankunft tilget meine Schuld,
Ich hnld'ge dir, verleih mir deine Huld!
Primislaus
(sich plötzlich besinnend, in ruhiger begeisterter Betrachtung).
Gebär'nde Erde, Himmel, der erzeugt,
Du süßer Lüfte unsichtbares Meer,
Du lebend Wasser, um den Erdkern schwerDie Schiffe tragend, und im Lnftmeer leichtIn Wolkenschiffen vor der Sonne segelnd,
O Sonnenfeuer, Mondschein, Sternenlicht,
Den ew'gen Lauf der Zeiten sicher regelnd,
O Jugend, die gleich frommer Schwalbe zieht,
Und Mensch, du Spicgelaug', das Alles sieht,
Gedanke, mit des Windes Schnelle schweifend,
Du will'ge Hand, das Deine stets ergreifend,
Du kluge Zunge, die mit Allem spricht,
Verständ'ges Ohr, das Alles dieses hört,
Du unersättlich Herz, das es begehrt,
Du grimmer Tod, der Alles niederbricht!
Ein größ'res Wunder sprecht ihr in mir aus,
In mir, dem Menschen, in dem Primislaus!
Ein kleines Kunststück faßt Wohl diese Hand,
Den Stab des Krok's, zu herrschen hier im Land.
Am Herrn ist nicht mehr Kunst als an dem Knecht,
Und gegen Sein scheint alles Werden schlecht.
Als diesen Stecken mir Libussa gab,
Sprach sie: „So er erblüht, erblüht dir Heil!"
Ich Pflanze ihn auf meines Vaters Grab.
(Er stößt den Stab in den Hügel, und er treibt drei Sprossen.)