Druckschrift 
6 (1852) Die Gruendung Prags
Entstehung
Seite
294
Einzelbild herunterladen
 

2N4

Und wiehert frei hinaus in's Morgenfeld:

Ein Mägdlein hütet uns, uns Herrn der Welt!"

Da seht ihr andre Reffe goldgeschirrt,

Sie springen, wenn des Reiters Sporn erklirrt,

Ihr Haupt steht hoch, dom Zügel angezogenStolzirt ihr Hals in einem kühnen Bogen,

Die Nase dampft, und schäumend wie der MuthKnirscht am Gebiß ohnmächt'ge Sclavenwuth.

Die Mähn', den Schweif, die Fliegen sonst zu scheuchen,Durchsticht ein fefflend Band, ein Ehrenzeichen,

Den starken Rücken zwingt ein goldncr Sitz,

Ein Waffenheld stürzt, in der Sonn' ein Blitz,

Im Sattel an dem dunklen Waldrand her,

So frei als bändigend, so leicht als schwer.

O, rufet ihr, wer solchen Reiter trüge!

Zur Seite wandelnd uns die schwache MagdMit schlechtem Eichenzweig die läst'ge FliegeVorn nackten zierdelosen Rücken jagt;

Gemeine Rosse sind wir, Götter Jene, , -Die herrlichen, sie scheinen Polkan's Söhne, 87 )

Vom Nabel aufwärts Menschen, abwärts Rosse,Verschönet Stärke sich, erstarket SchöneIm Wunder ihres Leibs auf steter Sprosse,

Und blind schreit ihr in thörichtem Entzücken:

Wir wollen nicht geringer sein als Jene,

Setz einen Mann uns auf den starken Rücken,

Gürt uns den Leib und flechte uns die Mähne,

Es spiel im Maule uns der goldne Zügel,

Am dunklen Leibe gaukle hell der Bügel!"

Da mahnet euch die Jungfrau: Bleibet frei,

Der goldne Schmuck bringt euch zur Sclaverei!

Wollt ihr dem Reiter euch gezügelt stellen,