248
Weh dir, Libussa, Jungfrau, Seherin,
Es neiget sich dein Stern zum Untergänge.
Dein Blick wird finster, traurig wird dein Sinn,
Seit ich des Kampfs gen dich mich unterfange.
Es zehrt mein Licht, gleich jenen Zauberkerzen,
Die gegen Feindesleben Fluch bereitet,
An deinem stolzen nie besiegten Herzen;
Zu mir ist deines Glückes Strom geleitet,
Wie zieht ihr Ring an meinem Arme heftig,
Wie wird die ganze Seele mir geschäftig!
Du machst mich grausam, machst mich selig, Liebe!
Es trägt ihr Helm geflügelt eine Krone,
Ich setz ihn auf, daß ich zum Flug mich übe,
O tragt, ihr Flügel, mich hinan zum Throne!
(Sie lege ihren Helm ab und seht den Libussen's auf.)Fi hussa (aus der Grotte redend).
Wlasta, bist du allein?
Wtag a.
Ja, Herzogin!
Libussa.
O komm zu mir, weil ich so traurig bin.
M l a sl n.
Vergönne mir, Libussa, hier die Wache.
Wie vor der Götter Hans ein Riese steht,
Der hundertäugig sie zu schützen späht.
Libuss a
Nein, wie zwcizüngig vor dem Schatz ein Drache.
W l a ft a.
Was sagtest du?
Libussa.
Erröthe, Abendröthc,
Denn anders als dein Herz spricht deine Rede.