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Nun höret mich, den Ältesten im Land,
Der als ein Jüngling hier mit dieser HandVor Chech und Lech die heil'ge Fahne trug,
Den Krokus seinen Lehrer oft genannt,
Der alles Wesen dieses Volks erkannt;
Mich hört, ich deute euch der Schwalbe Flug!
Die Freundin unsres Stamms und unsrer Art,
Flog sie dem Wanderzuge Chech's voraus,
Und als er hier vollendet seine Fahrt,'
Hing fest am Felsen schon ihr kleines Haus;
Sie streckte mit geschwätz'ger HeiterkeitDas kluge Köpfchen grüßend aus dem Neste,
Und Chech ward froh und sprach: „Es ist nicht weitVon hier nach Haus, wir sind willkommne Gäste,
Des Lichts Gespielin weissagt gute Zeit,
Und ladet ein zu einem FrühlingsfesteDich edles Volk, das aus der Heimath zog,
Und dich, o morgenrother Juterbog!"
Dann nahm er mir die Fahne aus der Hand,
Und Pflanzte sie in's Herz dem Vaterland!
Und wenn die Schwalben sich dann gegen WinterZur Reise rüstend durch die Lüfte schwangen,
Sprach er zu uns: „Wer will von euch, ihr Kinder,Zum Frühling Botschaft von zu Haus erlangen,
Der rede nun, kein Bote mag geschwinderZum Orient, und wieder her gelangen."
Da wuchs in mancher Brust ein heimlich Sehnen,Und unsre Grüße waren stumme Thränen,
Und auf der Schwalbe schuldlos Plaudern hörteWohl.mancher fromm, wenn sie zum Frühling kehrte.So kehrte sie uns auch zum Wahlfest heute,
Die treue, fromme, heilige Sibylle.
VI.
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