Die Geistlichkeit fuhr ungeachtet aller Königl. Verordnun-gen immer fort, neue Güter zu erwerben. Oft setzte sie, wieaus einem Befehl (msn3ement) Carls des sechsten vom IltenFebruar 1385*) erhellt, der Vollstreckung der Verordnung dieAnrede der Verjährung entgegen. Durch diesen Befehl indessenward der Geistlichkeit aufgegeben. Alles, was ste feit vierzigJahren ohne königl. Bewilligung erworben, in welchem Gebiet,wo und wie und von welcher Art es immer seyn mogte**),innerhalb eines Jahrs ans ihrer Hand zu geben (meure llorsde leur mgin), nach welcher Frist cs, wenn sie sich desselbennicht entäußert hätte, zu den Königl. Domainen gezogen wer-den sollte. Einzelne Abteien, Klöster und Stifter erhielten in-dessen von Zeit zu Zeit eine Befreiung von diesen Verpflichtun-gen. Schon Philip d. Schöne bewilligte durch eine Verordnungv. Februar 1303 Art. 5 der Geistlichkeit der Provinz Narbonneeine solche Befreiung für alle ihre schon erworbenen Güter***).Die Geistlichkeit der Diocese von Amiens hatte von demselbenKönig schon durch seinen Brief v. 15ten August 1303 4) dieselbeBefreiung für alle ihre in den königlichen Lehn, Afterlehn und
*) Oi-llon. wm. VII. p. 143 Der König gibt als einen Theil
des Zwecks dieses Befehls an: „pour /.oster et
interrompre toute mstiere 3s preseription «laut 3'ense vouläroit 3s «ppli^uer vu entrepren3re
contra nous PSI' tolersnee ou Isps 3e temps, commepsr sutres plusieurs csuses.
**)„Henles, revenues et sutres possessions.fmeme
sux css oü) Iss usustruis sus 3onneurs ou sutres setoient)reserveL s temps ou s vis, vu psr cvn3ition 3o le»rsclieter 3e3s»s cerlsin temps."
***) (Or3on. 3u Oouv. tom 1. p. 402, 403) srt. 5. „Item.
Oe Arstiä specisli oonceclimus ipsis ?rsolstiz, so eeele-süs suis, Lollegiis sc personis Ocelesisstieis «uprs3ietis,rzuo3 3e sc-suisilis suis lsctis nomine Ocelesig, um tem-poribus retrosetis, prsestsre stnsneiss vel extrs msnumsusm 3icts scguisits ponere nullstenüs compellsntur,se3 es possint licile retinere."
f) tvräon. tom. I. p. 382). Der August kam in diesem Jahrfrüher als der Februar. M. s. die Vorrede.