ist möglich, daß eine ähnliche, von Ulioa unvollkommen be«schriebcne Epidemie, welche im Zahre 175g das Plateau vonQuito heimsnchte, hieher gehört.
5) Bubonen Pest.
Wenn wir auch nicht mit Bestimmtheit die Seuche int !Anfänge des 4ten Jahrhunderts nach Ehr. Geb., welche obenerwähnt wurde, hieher rechnen können, obgleich Carbunkelndamals verkamen, so müssen wir wenigstens die erste Pestcpi-demie in die Mitte des 6ten setzen. EvagriuS und Pro«,pius beschrieben vorzüglich jene große Pest, welche unter demKaiser Zustinian 54k aus Aethiopien, nach andern aber au»Pelusium in Egypten kam, und sich zunächst nach Palästinaverbreitete. Von k5 zu 15 Zähren immer von Neuem exa-cerbirend, verheerte sie über ein halbes Jahrhundert lang fastganz Europa. Anschwellungen der Achsel und Leistendrüsen(Pestbeulen, Bubonen) kamen als ächtcs Kennzeichen vor.Nach dieser Zeit, bis ins I4te Jahrhundert, erschien dieKrankheit selten weit verbreitet und wüthete bloS in Arabien,Syrien und Constantinopel. Zm I4ten, I5ten, lüten Jahr-hundert herrschte sie in großen, weit verbreiteten Epidemien,in ganz Europa in Zwischenräumen von 6, 8, 16 Zahre».Schwierig ihrem Wesen nach auszumitteln und verwirrendsind die in jenen Zähren, vorzüglich von den Chronikschrei-bern aufgeführtcn Pestilenzen von mannigfaltiger Art undNatur. Zm Zahre 1553 kam sic bis Teneriffa aus der Le-vante; 1665 war die letzte Pest zu London; in diesem Zahrewar sie sehr verbreitet, ging östlich bis Zspahan; 1715 warsie das letzte Mal in Deutschland (Epidemien zu Nürnberg,Wien, Negensbnrg); 1720 zum letzten Male in Frankreich §zu Marseille, Aix, Toulon und in der ganzen Provence und1743 in Sizilien. Zm lyten Zahrhundert schien sie von !Neuem exacerbiren zu wollen, nachdem sie am Ende de» !18ten Zahrhunderts Siebenbürgen, Syrmien und die Moldauverwüstet hatte, kam sie 1314 und 1815 bis Fiume und Pe-terwardein, I8ic> von Alexandrien nach Malta, wo sie fast einZahr anhielt und so heftig wüthete, daß vom letzten Hundert