Druckschrift 
2 (1831)
Entstehung
Seite
139
Einzelbild herunterladen
 

139

derbaren Varietät scheint übrigens nichts Verschiedenes zuhaben. Die nogapischcn Tartaren gehören ebenfalls zu die-sem Zweige; sie wohnen in der Nähe von Astrakan, in denSteppen nordöstlich vom kaspischen Meere; sie gleichen nachPallas und Klaproth in der GcsichtSbildung auffallend denMongolen, und sprechen ein achtes Tartarisch, daS einige mon-golische Beimischungen erhalt; sie grenzen auch an die Kal-mücken, welche sich mehr gegen Westen ausgebreitet, und dieseTartarenhordcn von ihren früheren Wohnungen am Tobolverdrängt haben. Pie Baschkiren wohnen in den niederenGegenden des südlichen Urals. Me haben kleine, geschlitzteAugen und dunkle Haare; in ^ihrer Gesichtsbildung und imKörperbau wechseln sie sehr, denn bald glaubt man russischeBauern zu sehen, bald ähneln sie den mongolischen Völkern,bald gleichen sie den Türken. Meist sind sie jedoch von star-kem, fleischigem Wuchs, haben breite, platte Gesichter undgroße Ohren.

Zum zweiten oder südlichen Zweig rechnet Prichard dieTurkomanen, Usbecken und Turkestaner. Die Tnrkomanenoder Truchmenen wohnen auf beiden Seiten des Caucasus;sie sind weit verbreitete Nomaden, und wandern mit ihrenHeerdcn in Persien und einem großen Theil des osmanischenAsiens; es ist ein wohlgebauter Menschenschlag, voll Lebenund Verstand, mit deutlich tartarischer Bildung. Sie sollendie Stammväter der seldschuckischen Türken sein, deren MachtEuropa und Asien zittern machte. Die Usbeken sind ächteTartaren, aber roh und ungebildet; sie nomadisiren in denSteppen südlich vom Aralsee. Nördlich und östlich davonwohnen die Tuckestauer mit den Karakalpaken. Alle zu die-sem Zweige gehörenden Tartaren wechseln sehr in ihrem phy-sischen Baue, und zeigen eine merkwürdige Mischung zwischenmongolischer und europäischer Bildung, ohne daß sie deshalb einaus Vermischung entsprungenes Volk genannt werden dür-fe», denn diese wechselnden Züge schcinenUhnen eigenthümlichzu sein. Die in Persien wohnenden Tartaren sind im All-gemeinen weit blasser und Heller gefärbt, als die meisten Per-ser. Ost sind die Mädchen außerordentlich schön und bln-