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zahlreichere Spuren hinterlaffen haben müßte. Ist doch deroberflächliche Boden von einem ansehnlichen Theil von Eu-ropa durchwühlt, man hat Knochen von den kleinsten Thie-ren, von Mäusen, Kaninchen und Vögeln mit jenen großenColosscn gefunden, in ungeheurer Menge, in Thälern, in Soh-len und Spalten, sollten da wohl die Menjchenreste denNachforschungen entgangen sein?
Wir ziehen daher ans naturhistorischen Gründen mit Si-cherheit den Schluß, daß der Mensch zur Zeit der Fluth dieunS geognostisch bekannte Erde, nehmlich Europa, Nordasienund Amerika nicht bewohnt-habe, weil wir in den Diluvial-schichten keine menschlichen Neste finden. Wir können dießvon Europa für den ganzen Norden, für Frankreich, Deutsch-land und Italien mit Bestimmtheit sagen, vermuthen dasselbeauch für Griechenland, da wir aber dieses noch zu wenig ken-nen, so dürfen wir darüber nicht absprechen. Dagegen glau-ben wir, daß man in Asien, sicher in den Ländern, welcheden Ararat umgeben, fossile Menschenknochen, Zeugen derSündfluth finden wird. Es wäre daher vielleicht keine Ge-gend der Welt geognostisch merkwürdiger, als diese. Ob inIndien Menschen zur Zeit der Fluth lebten, ob in Egyptenund Aethiopien, müssen ebenfalls weitere Untersuchungen leh-ren. Dieses Resultat, welches aus dem Nichtauffinden vonvorsündsluthlichen Menschenresten hervorgeht, ist völlig positivund sicher beweisend für die Ansicht, daß zur Zeit der Fluthder größte Theil von Europa, vielleicht der ganze Erdtheil,nicht von Menschen bewohnt war. Diese evidente Thatsachewiderspricht den Ansichten der meisten Geschichtsforscher, be-ruht aber ohne Zweifel auf sicherer» Untersuchungen als dieletzteren. Die Geschichtsforscher suchen auf alle Weise diegeologische Thatsache zu vernichten, aber, wie es uns scheint,ganz ohne Glück. Der geistreiche Friedrich v. Schlegel sagtin seiner trefflichen Philosophie der Geschichte: »Wollte mandeshalb nun sogleich den Schluß ziehen, daß während allerdieser Naturcatastrophen der Mensch und das Menschenge-schlecht vielleicht noch gar nicht vorhanden gewesen sei, sowäre dieß eine sehr übereilte, grundlose und völlig unhistorische