92
1
geht noch südlich hiS Egypten, welches etwas warmer ist undnördlich etwa mit Mühe bis Genua oder Nizza, welches letz-tcre etwa 16 Grad Warme im Mittel jährlich hat. 'Nördli-cher wird sie nicht gehen, weil jenseits der Mccralpen, sobaldman in die lombardische Ebene tritt, die Temperatur zn kaltist und nur 12 oder iz Grade beträgt; in diesem Falle istNizza die Polar-, Egypten die Aeqnatorialgrenze. Eineandere Pflanze aber kommt z. B. im mittleren Deutschlandbei y oder io Grad mittlerer Warme am besten fort, gehtaber doch nördlich bis ins südliche Schweden, das 7 Gradehat und südlich bis Nizza; weiter nördlich ist cs ihr zn kalt,weiter südlich zu warm. In diesem Falke ist Nizza ihre Ae-quatorialgrcnze, Schweden ihre Polargrenze. Beide als Bei-spiel gesetzte Pflanzen kommen in Nizza zusammen, für dieeine ist es der südlichste, für die andere der nördlichste Punkt.Ans diese Weise ist cs nun leicht, wenn man die Tempera-tnrgrenzen zweier solcher Pflanzen kennt, die unbekannte mitt-lere Warme des -Orts, wo die eine ihre Polar- die andereihre Aeguatorialgrenze hat, zu bestimmen. Dieses Gesetz,fruchtbar in seiner Anwendung, hat nun Schouw in seine»Untersuchungen geleitet.
Die allgemeinsten Vegetationsvcrhältnisse von Palästinasind unS nach der Bibel bekannt; zwei Pflanzen— die Dat-telpalme und der Weinstock — führen uns hier zu einemsicheren Resultat. Die Dattelpalme war besonders in demsüdlichen Theile von Palästina häufig. Jericho wurde diePalmenstadt genannt *), Debora's Palmenbaum wird er-wähnt zwischen Nama und Beth-El. **) Plinius erwähntdes Palmbaums, als in Judäa und besonders um Jerichohäufig, und spricht von Palnienbäunicn in dessen Nachbarschaft.Häufig sind auf hebräischen Münzen die Palmbäume leiclterkennbar, da sie mit Früchten dargestellt sind. Das; LeiWeinstock häufig in Palästina gebaut wurde, dafür spreche»nicht nur die vielen Gleichnisse in der heil. Schrift, sondern auch
s. Mos. 54, Z.") Richter a» 5 .