Druckschrift 
1 (1844)
Entstehung
Seite
319
Einzelbild herunterladen
 

genug gegangen; man hat kaum den vierteil Theil von demdarin gethan, was man thun könnte. Man irrt, weiln manglaubt, daß das tlr der schwerste Laut für den Deutschen wäre.Da wo es gelispelt wird, ist es dem Deutschen sehr leicht, wennman ihm nur die Zunge fuhrt; aber vorsagen heißt nicht dieZunge führen. Jeder Deutsche hat es gewiß einmal in seinemLeben ausgesprochen, vielleicht mehr vor dem 16 Jahr als nach-her. Es ist das s mit der Zunge zwischen den Zähnen ausge-sprochen; je weniger man auf die Zunge beißt, und je kleinerdas Stückchen derselben ist, das zwischen den Zähnen ist, destowahrer und feiner wird es. Dieß gilt von dem lli, wenn esgelispelt wird, wie in tliroo, lkrongli, Iiolli, rvrotk, tliovv, t'nin,lliing etc. Die Engländer lispeln es aber nicht immer, unddann ist es ungleich schwerer zu beschreiben und ansznsprechcn.Es ist nur der Anfang zu jenem, die Zunge legt sich nur, alswenn sie jenes aussprechen wollte, spricht aber gleich die folgen-den Buchstaben aus; so klingt es in tlmt. Beim s bleibt dieSpitze der Zunge hinter den Zähnen, und beim tl> ist sie vor den-selben oder zwischen innc. In tlist, niollun-, lallier, togotlmr,gallwr und zwischen Vocalen überhaupt, ist es bloß der Anfangzum Zischen, ohne das Zischen selbst, von dem man nichts hörenmuß. Die Gassenjungen am Oberrhein sprechen Feder eben soaus, wie die Engländer ihr /««//-<->-» und das d in dem Wortwie das ungelispelte tk-

Die verschiedenen Selbstlautcr ließen sich durch eine ähnlicheEinrichtung, wie Mayers Farbentriangel darstelle». Der Eng-