Es sagte einmal jemand von Tobias Mayer: er habeselbst nicht gewußt, daß er so viel wisse— und darinsteckt gewiß etwas sehr Wahres. Dieses ist die eigentliche Art,es in der Welt weit zn bringen. Die gewöhnlichen Gelehrtentreiben die Wissenschaften als einen Zweck und sehen das, wassie noch nicht wissen, schon wenigstens in den Titeln voraus;das ist niederschlagend. Mayer suchte immer selbst, und Alles,was er lernte, war ihm Bedürfniß — so konnte er es in seinerWissenschaft weit bringen. Jetzt lernt man gerade umgekehrt:man gibt sich mit Integrationen ab, die man nie brauchen wird,und mit einer Menge von unnützen Dingen, ob sie gleich sehrsinnreich sind. Franklin scheint mir ein ähnlicher Gelehrtergewesen zu sein; Meister hatte Vieles davon; auch Cook.Der Letztere sagte: Der Teufel hole alle Gelehrsamkeit, und erdachte und lernte und studirte beständig, und war vermuthlichein größerer Gelehrter, als viele von den Leuten, die er unddie ganze Welt so nannten. Doch auch in dieser Distinctionliegt etwas Wahres. Der Gelehrte könnte derjenige Mann sein,der eine Menge von Kenntnissen in seinem Kopf aufgehäufthat, die ihm nicht weiter nützen, als daß er sie Andern wiedermittheilen kann. Wenn aber Jemand sich für ein einziges Fachausbildet, und der ganze Mensch dahin zusammenstimmt, under nur in so fern Mensch ist, als er dieses ist, dann ist er keinGelehrter.
Zimmermanns Fragmente über Friedrich II. enthalten man-