genichtse sind, so verlangt sehr oft der so genannte Mathematiker-für einen tiefen Denker gehalten zu werden, ob es gleich darunterdie größten Plunderköpfe gibt, die man nur finden kann, untaug-lich zu irgend einem Geschäft, das Nachdenken erfordert, wenn esnicht unmittelbar durch jene leichte Verbindung von Zeichen gesche-hen kann, die mehr das Werk der Routine, als des Denkens sind.
Das neue Testament ist ein auctor classicus, das besteNoth- und Hülfsbüchlein, das je geschrieben worden ist; daherman jetzt auf jedem Dorfe der Christenheit mit Recht einen Pro-fessor angesetzt hat, diesen Auctor zu erklären. Daß es vieleunter diesen Professoren gibt, die ihn nicht verstehen, hat dieserAuctor mit anderen Anctoren gemein. Tiber dadurch unterschei-det sich das Buch gar sehr von anderen, daß man Schnitzer inder Erklärung desselben sogar geheiligt hat.
Der Mann, der nicht aus dem Stegreif über Materien sei-nes Faches zu raisonniren weiß, der erst in seine Ercerpten blicken,oder in seine Bibliothek steigen muß, ist gewiß ein Artefact.Man hat heut zu Tage eine Kunst, berühmt zu werden, die denAlten unbekannt war. Diese wurden es durch Genie; die mei-sten von unsern berühmten Gelehrten aber sind Pasten, keineEdelsteine. Sehr weit wird es freilich auch mit ihrem Ruhmnicht gehen. Ihre Werke werden vergessen werden, wie die Poesiedes Cicero, die sogar durch eine der Ewigkeit entgegengehendeProse nicht zu erhalten war.