Druckschrift 
1 (1844)
Entstehung
Seite
291
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ches gute Korn; allein das Buch muß erst gedroschen, dann ge-sichtet und geworfelt werden; oder eigentlich der Verfasser erstgedroschen, und dann das Buch gesichtet und geworfelt werden.

Man kann von keinem Gelehrten verlangen, sich in Ge-sellschaft überall als Gelehrten zu zeigen; allein der ganze Tonmuß den Denker verrathen; man muß immer von ihm lernen;seine Art zu urtheilen muß auch in den kleinsten Dingen vonder Beschaffenheit sein, daß man sehen kann, was daraus wer-den würde, wenn der Mann mit Ruhe und in sich gesammeltwissenschaftlichen Gebrauch von dieser Kraft machte.

In den Schriften berühmter Schriftsteller, aber mittelmäßi-ger Kopfe, findet man immer höchstens das, was sie einem zei-gen wollen; hingegen sieht man in den Schriften des systemati-schen Denkers, der Alles mit seinem Geiste umfaßt, immer dasGanze und wie jedes zusammenhängt. Erstere suchen und fin-den ihre Nadel bei dem Lichte eines Schwefelhölzchens, das nuran der Stelle kümmerlich leuchtet, wo es sich befindet, da dieAndern ein Licht anzünden, das sich über Alles verbreitet.

Nichts beweiset mir so deutlich, wie es in der gelehrtenWelt hergeht, als der Umstand, daß man den Spinoza so langefür einen bösen nichtswürdigen Menschen, und seine Meinungenfür gefährlich gehalten hat. So geht es ebenfalls mit dem Ruhmso vieler Andern.