126
Kvpf und Füße, so weil sie auch im physischen Verständevon einander entfernt liegen, so nahe liegen sie sich doch immoralischen und psychologischen. Freude und Traurigkeit zeigensich kaum sobald an der Nase, die doch der Seele so nahe liegt,als in den Füßen. Ich kann dieses täglich von meinem Fensteraus bemerken, wo ich deutlich an den Füßen der Studentensehe, ob sie aus einem Collegio kommen, oder in eines zu gehenWillens sind, Jenes an der platt auffallenden Sohle, die denHunger der regierenden Seele verräth, Dieses an dem schmach-tenden Schritte, wo Absatz und Zehen etwas langsamer nacheinander aufzuliegen kommen, der allemal ein Zeichen der kurzvorhergegangenen Sättigung ist. Bei den Studenten, wo ichnichts dergleichen bemerken konnte, fand ich nachher fast immer,daß sie zugleich in ein Collegium gegangen und aus einem ge-kommen waren.
Menschen, die sich anf die Beobachtung ihrer selbst gutverstehen und sich damit heimlich groß wissen, freuen sich oftüber die Entdeckung eigner Schwachheit, wo die Entdeckung siebetrüben sollte. So sehr viel mehr gilt bei Manchen der Pro-fessor als der Mensch.
Wie leicht Eigenliebe, ohne daß wir es merken, die Trieb-feder mancher, uns von derselben ganz independent scheinenden,Handlung sein kann, können wir daraus sehen, daß Leute das Geldlieben können als Geld, obgleich sie nie Gebrauch davon machen.