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So wie die Völker sich bessern, bessern sich auch ihre Göt-ter; weil man letzter» aber nicht gleich alle die menschliche»Eigenschaften nehmen kann, die ihnen rohere Zeiten angedichtethaben, so hält die vernünftige Welt Manches noch eine Zeitlang für unbegreiflich, oder erklärt es figürlich.
So lange die verschiedenen Religionen nur verschiedene Neli-gionssprachen sind, so ist Alles recht gut; nur muß die Absicht,der Sinn einerlei und gut sein. Was liegt endlich daran, obeiner vor einem hölzernen Christus nicoerfällt, wenn er nurdadurch zum Guten geleitet wird. Nur muß die Religion ansich selbst die Prüfung aushalten, damit sie in jedem Dialekt,wie sich Semmler ausdrückt, Gutes wirken kann. Es ver-räth wenig Weisheit bei manchen Leuten, daß sie sich über diereligiösen Gebräuche Anderer lustig machen; sie beweisen durchihre Aufführung, daß sie den ganzen Sinn der Bibel nichtfassen. Wenn bei dem Volke^ Zweifel entstehen, so muß sie derGelehrte zu heben wissen; allein es verräth unbeschreiblichenUnverstand, wenn Gelehrte gegen die Religion des Volks schreibenund daran zu Helden werden wollen. Semmler sagt sogar'):nicht alle Menschen müssen unsere christliche Religion haben.
Die Menschen glauben überhaupt schwerer an Wunder, alsan Traditionen von Wundern, und mancher Türke, Jude u. s. w.
') In seinem Leben, 2. Th. S. 1l4.